Sind Sie schon einmal als Galionsfigur einer Dampflok durch ein exotisches Land gereist? Oder haben Sie schon auf einem ausgewachsenen Krokodil gesessen? Oder haben Sie Schlangenschnaps trinken dürfen? Von solchen abenteuerlichen Erlebnissen berichtet Globetrotter Walter Kuhn aus Zahlbach in seinem kürzlich veröffentlichten Buch "Ich liebe das Reisen".

Die auf 100 Seiten zusammengefassten teils spannenden, teils amüsanten Erzählungen, ergänzt durch Wissenswertes über das jeweilige Reiseland, gibt im Bad Bockleter Bücher Pavillon Martin Eisenmann zu kaufen oder können überall im Buchhandel bestellt werden.

Mexiko statt Venedig

Ein gewöhnlicher Pauschalurlaub "all inclusive" in üblichen Touristenhotels als Höhepunkt eines Arbeitsjahres war nie nach dem Geschmack von Walter Kuhn (71). So verwundert es auch nicht, dass es den damals 24-jährigen Volksschullehrer auf seiner Hochzeitsreise nicht ins romantische Venedig zog, sondern er seine frisch angetraute Elisabeth stattdessen ins ferne Mexiko entführte.

"Mich hat es stets gedrängt, anderen, fremden Menschen und Kulturen selbst live vor Ort zu begegnen. Ich ließ mich gern überraschen von ungewohnten Speisen oder von nicht eingeplanten und umso interessanteren Ereignissen", stimmt er seine Leser deshalb im Vorwort seines Buches auf "Highlights eines bewegten Reiselebens" ein. In den nachfolgenden 14 Kapiteln beschränkt er sich deshalb auch auf "Außergewöhnliches, Überraschendes oder Kurioses", das er während seiner Fernreisen im Tagebuch notiert hatte.

Gleich alle drei Adjektive treffen auf das für Kuhn aufregendste Erlebnis zu, weshalb er diese Geschichte an den Anfang stellt: Mit drei Freunden durchstreifte der damals 29-Jährige im August 1979 das südamerikanische Peru und ließ sich von der Einsamkeit und der Hochgebirgslandschaft der Anden verzaubern.

Nach dem Besuch der berühmten Ruinenstadt Machu Picchu wollte der Bahnbedienstete den jungen Männern nach Dienstschluss keine Fahrkarten mehr verkaufen. So folgten sie dem unauffälligen Wink des Lokführers und erlebten die Rückfahrt auf der Dampflok.

Elefantenfleisch

Auch die späteren Reisen mit Ehefrau Elisabeth waren kaum weniger aufregend, wobei Kuhn nicht so gern an das Zusammentreffen mit dem Krokodil in Burkina Faso zurückdenkt, auf das sich das Paar auf Wunsch ihres afrikanischen Gastgebers für ein Erinnerungsfoto setzen sollte.

Angenehmer blieb das landestypische Festessen bei Mama Ganou im Gedächtnis, bei dem sich beide anfangs noch schwer taten, nur mit den Fingern zu essen. Während dieser Festschmaus sich für die deutschen Reisenden als Genuss herausstellte, waren Schlangenschnaps und getrocknetes Elefantenfleisch selbst für den geübten Globetrotter etwas gewöhnungsbedürftig.

Volleyball im Amazonas

Selbst im Ausland konnte es der begeisterte Sportler, der noch heute als Senior die Volleyball-Jugend des TSV Aschach trainiert, einfach nicht lassen, sich mit einheimischen Jugendlichen beim Volleyballspiel im Amazonas-Quellgebiet oder beim Kickerspiel in Westafrika zu messen.

Besonders gern erinnert sich der seit 21 Jahren als Gottesdienstbeauftragter und auch als Pfarrgemeinderatsvorsitzender kirchlich engagierte Autor an den ungewöhnlichen Weihnachtsgottesdienst in der Kathedrale von Ouagadougou, der Hauptstadt von Burkina Faso, und an den von ihm selbst gestalteten ökumenischen Ostergottesdienst 2004 im syrischen Aleppo.

Schon in seiner Jugend war der 1950 in Ochsenfurt geborene Kuhn gern in fremden Ländern unterwegs, sei es ab 1968 mit dem Internationalen Arbeitskreis Würzburg oder mit der Handball-Jugend des ETSV Würzburg. Zum Glück fand er in Ehefrau Elisabeth eine ebenso reisefreudige Partnerin. An die Frühzeit dieser bald 50-jährigen Ehe erinnert seine Geschichte, in der ein griechischer Busfahrer ihm bei der Wiederbeschaffung seines Eherings half.

Noch heute ist die Reiselust des 71-Jährigen ungebrochen, auch wenn "wir heute nicht mehr im Zelt oder Pferdewagen schlafen wie vor 40 Jahren". Doch reiner Strandurlaub lockt ihn immer noch nicht: "Ich muss immer etwas erleben, das Land und seine Menschen kennenlernen."

Dazu gehören natürlich auch die typischen Speisen des jeweiligen Landes, die Walter Kuhn gern probiert - wie das Pachamanca in Peru. Nur auf den peruanischen Leckerbissen Cuje musste er damals verzichten, da einer seiner Mitreisenden der Tochter hatte versprechen müssen, das gebratene Meerschweinchen nicht zu essen. Aber vielleicht lässt sich diese lukullische Erfahrung ja irgendwann noch nachholen?

Informationen zum Buch:

Walter Kuhn: "Ich liebe das Reisen",

Books on Demand, broschiert, 104 Seiten,

Preis: 4,99 Euro,

ISBN 978-3-7534-8226-2