Stadt und Landkreis Bad Kissingen haben jetzt übereinstimmend die Ankündigung der Staatsregierung begrüßt, am Klaushof ein Umweltbildungszentrum anzusiedeln. Details dazu sind aber noch kaum bekannt.
Die Initiative der Staatsregierung in Bezug auf den Landkreis Bad Kissingen ist eigentlich die vom Volumen her kleinere Hälfte der Pläne für das nördliche Unterfranken. Rund 15 Millionen Euro hat die Staatsregierung für das Biodiversitätszentrum Rhön eingeplant. Dessen Sitz soll Bischofsheim im Nachbarlandkreis Rhön-Grabfeld werden. Ein "Aufbaustab" sei bereits eingerichtet, bestätigte das Umweltministerium. 20 Planstellen seien für dieses Biodiversitätszentrum vorgesehen.
Für den Landkreis Bad Kissingen kündigte die Staatsregierung "ein neues staatliches Zentrum" an, das "zur Drehscheibe für Fachseminare und Multiplikatorenschulung beispielsweise aus den Bereichen Umweltbildung und Naturtourismus werden" soll. Als Standort dafür ist der Klaushof vorgesehen. Im Gebiet des Landkreises werde zudem eine "Außenstelle des neuen Zentrums eingerichtet". Für das Projekt im Bäderkreis sind laut Mitteilung des Ministeriums "bis zu acht Millionen Euro und zehn neue Planstellen" angesetzt.


Leuchtturmprojekte

Umweltminister Marcel Huber bezeichnet laut einer Mitteilung die beiden Vorhaben im Rahmen der Naturoffensive Bayern als "Leuchtturmprojekte". Diese trügen dazu bei, "die ganz besondere Öko-DNA der Region hervorzuheben". Informationen über die genauere Ausgestaltung und Details zur konkreten Umsetzung vor allem des Kissinger Projekts sind der Mitteilung aber nicht zu entnehmen.
Landrat Thomas Bold freute sich auf die Pläne des Freistaats, dass die nun beschlossene Institution "weit über die ursprünglich angesagte Erweiterung einer Umweltbildungsstätte" hinaus gehe. "Mit zwei staatlichen Zentren erfährt das Biosphärenreservat eine deutliche Aufwertung seiner Kernkompetenzen", so Bold.
Das staatliche Zentrum am Klaushof werde sich von anderen Einrichtungen dieser Kategorie deutlich abheben, schreibt er. In Kooperation mit der Fachdidaktik Biologie der Uni Würzburg biete sich unter anderem "die Möglichkeit der Lehrerbildung und der aktiven Beschulung von Fachgruppen". Weil die Themen Naturerlebnis und Umweltbildung verknüpft würden, spreche das Vorhaben nicht nur Fachpublikum an, "sondern auch die Bevölkerung vor Ort sowie Besucher". Auch Oberbürgermeister Kay Blankenburg beschreibt den Klaushof "und die umliegende Naturlandschaft mit ihren einmaligen Waldbeständen" als prädestiniert "für eine Sichtbarmachung des Facetten- und Artenreichtums unserer Landschaft und unserer Natur". Durch seine Infrastruktur und seine Lage sowie vor allem wegen der "bereits bestehenden Kooperationen mit universitären Einrichtungen" biete der Klaushof "ein ideales Umfeld für eine derartige Einrichtung". Siegfried Farkas