Beim Veterinäramt Bad Kissingen herrscht Erleichterung. Die Behörde hat alle drei Pferde erfolgreich weitervermittelt, die einem Hammelburger Tierhalter abgenommen worden waren. Neben dem älteren Tier sind jetzt auch die beiden jüngeren Connemara-Haflinger-Mischlinge untergebracht. Sie fanden im Landkreis eine neue Bleibe.
Unterdessen zieht der Halter alle juristischen Register, um die Pferde zurückzubekommen. Er kündigt im Gespräch mit dieser Redaktion eine Anzeige wegen Verletzung der Eigentumsrechte an. Bescheide und Anordnungen des Veterinäramtes seien der Eigentümerin der Pferde nie zugestellt worden.
Den Tieren sei es auf der Weide nicht schlecht gegangen. Die vom Veterinäramt bescheinigte Apathie der Pferde interpretiert er als Aufmerksamkeit. Zwischenzeitliche Probleme mit den mobilen Unterständen räumt er ein. Da habe der Wind bei Sturm die Zeltplanen verweht. Dafür, dass die Pferde öfters ausgebüxt sein, könne er nichts. Der bemängelte Zaun sei häufiger von Unbekannt beschädigt worden.
Ungeachtet dieser Darstellung bleibt Thomas Koy, Leiter des Veterinäramtes Bad Kissingen, bei seiner Einschätzung: "Die Tiere haben gelitten." Die Frage, wer Eigentümer und wer Halter der Tiere ist, sei zur Beurteilung der Lage unerheblich. Es gehe um das Wohl der Tiere. Stets sei der Halter so aufgetreten, als ob er für die Pferde verantwortlich sei. Die Besitzverhältnisse auf der Weide seien nie richtig offengelegt worden. Würde man die Eigentümerin zweifelsfrei kennen, würde man sie mit einem Duldungsbescheid über die Wegnahme informieren.
Mit seinem Antrag auf Aufschub der Wegnahme war der Tierhalter vor Gericht gescheitert. Die Verhandlung in der Hauptsache steht aber noch aus. Das Veterinäramt rechnet bis zu einem Jahr bis zur Entscheidung. dübi