Schon immer hatte sie ein Herz für Tiere. Als Siebenjährige hat sie Hasen bei einem Bauern gekauft und auf dem Spielplatz frei laufen lassen. Goldfische fanden ein Grab mitten im schönsten Rasen und sie hat sämtliche Nachbarshunde Gassi geführt. Monique Gies aus Burgsinn ist jetzt 27 und erfüllt sich immer mehr "tierische Wünsche".

Begonnen hat der Jägerwiesenhof, den sie jetzt mit ihrem Lebensgefährten Bruno Rützel betreibt, mit einem kleinen Kälbchen namens Mia. Um den kleinen Mischling aus Holsteiner Fleckvieh und Weißem Belgier vor dem Tod zu retten, nahm Monique Gies die Kuh bei sich auf und zog sie mit der Flasche groß - mit Erfolg, wie das längst stattliche Tier beweist. So war sie schnell an diese Tierart gewöhnt und übernahm später gerne die 22-köpfige Herde White-Galloway-Rinder von Bruno Rützels Vater.

Mit Eselinnen Pauline und Lizzy

Aber Monique Gies hatte noch mehr Ideen - und zum Glück auch beste Unterstützung von ihrem Lebensgefährten. Bruno Rützel ist auch auf einem Bauernhof groß geworden, seine Mutter ist die Ortsbäuerin von Burgsinn. Seit Januar dieses Jahres bieten die beiden Eselwanderungen an. "Die Gäste dürfen mit den beiden Eseln Pauline - sie ist immerhin schon zwanzig Jahre - und Lizzy rund eine Stunde einen geführten, gemütlichen Rundgang durch den Wald machen. Zuvor striegeln und füttern vor allem die Kinder gerne die Esel und Ziegen", erzählt Gies.

Mit kleinen Basteleien wie Steckenpferden oder Hufstelzen ergänzt, kann man auf dem Jägerwiesenhof sogar Kindergeburtstage feiern. Im Herbst können die Kinder auch selbst gemachten Apfelsaft pressen - immerhin nennen Gies und Rützel noch 350 Apfelbäume ihr Eigen.

Das Wichtigste ist für Monique, dass es ihren Tieren gut geht. Die Hühner und Hunde laufen frei auf dem Hof herum, für ihre Puten, Gänse und Enten hat sie einen großen Teich angelegt. In den Wasserbehältern für die Vögel und Esel sind Stöcke gestellt, damit Bienen und Vögel leicht wieder herausklettern können. Die Kaninchen bewohnen keine kleinen Käfige, sondern riesige Boxen. Die Ziegen und Esel dürfen auf einem Areal von 1,5 Hektar wohnen, und für die Galloways gibt es riesige Weiden. Monique liebt es, die Kühe "wie früher" von einer auf die andere Weide zu bringen.

"Ich laufe vorneweg und die Kühe folgen mir. Bruno macht dann das Schlusslicht, damit keine verloren geht. So können wir mehrere Kilometer ohne Probleme laufen", erzählt Gies. Auch im Ziegengehege ruft sie "Zieglein, Zieglein" - und die Tiere kommen sofort angerannt.

Insgesamt bewirtschaften die beiden 33 Hektar - und das alles biologisch. Das selbstgemachte Heu darf wegen der Artenvielfalt später als üblich geerntet werden - "Schnittzeitpunkt" nennt man das. Die Tiere bekommen nur biologisches Futter und haben viel Platz. Meist nur zwei Rinder werden pro Jahr geschlachtet und dann in Fleischpaketen von je 30 Kilogramm angeboten. Gerne führen die beiden auch Interessierte über die Weiden. "Wir sind froh, wenn wir jemand einen Anreiz bieten können, uns das nachzumachen. Man sollte auf das einfachste Leben zurückkehren. Deshalb haben wir auch so viele verschiedene Tiere, so wie es früher war, und alle leben in Frieden zusammen."

Alm-Erfahrung in der Schweiz

"Hektik und Supermarkt, das ist nicht meins", sagt Gies, die im Berufsleben bei einer großen Supermarktkette arbeitet. "Ich möchte die Menschen durch Anschauen überzeugen. Natürlich ist das Ganze viel Arbeit, aber wenn ich dann abends um 22 Uhr fertig bin und wir am Lagerfeuer auf der Weide sitzen, dann weiß ich, warum ich das mache."

Monique Gies hat einmal auf einer Alm in der Schweiz ausgeholfen und ihre Weiden strahlen Almcharakter aus. "Dort habe ich viel gelernt und viel Inspiration bekommen", schwärmt sie von einer anderen schönen Zeit.

Kontakt für Eselwanderung oder Kindergeburtstag unter Tel.: 0151/504 693 47 (Gies) oder 0151/ 266 235 12 (Rützel). Gabi Nätscher