"Wir sind froh, wenn es endlich vorbei ist", sagt Dr. Eduard Rosler vom Labor Rosler in Wildflecken zur aktuellen Belastung durch eingesandte Corona-Tests. Seit einem Jahr ist das vergleichsweise kleine Büro durch die neuen Herausforderungen von knapp 30 auf 35 Mitarbeiter angewachsen. Eingestellt hatte man sich zunächst auf bis zu 300 Tests täglich. Inzwischen kommen an manchem Tag bis zu 700, wobei der Auftragseingang stark schwankt. An einem anderen Tag können es dann auch mal wieder nur 30 sein.

Neue Mitarbeiter eingestellt

Im November jedenfalls sei das vergleichsweise kleine Büro über der Belastungsgrenze gewesen, gesteht der Firmenchef. Daraufhin habe man die Zusammenarbeit mit Teststrecken nicht mehr weiter geführt. Das Arbeitsaufkommen daraus sei zu groß geworden, zumal jeder Getestete im Labor - anders als bei Kliniken oder Altenheimen - als Einzelkunde geführt werden musste.

Neun Mitarbeiter in drei Abteilungen kümmern sich um die Abwicklung von Versand, Analytik und Verständigung der Getesteten. Wobei gerade Letzteres sehr aufwendig sein könne, wenn Adressen nicht sauber übermittelt werden. Außerdem gehen die Proben über den Tag sehr unregelmäßig ein, was die Abwicklung nicht gerade erleichtere. Wichtig sei es, den Mitarbeitern im Labor zwischenzeitlich durch die Übertragung anderer Tätigkeiten etwas Abwechslung zu verschaffen.

Eine gute Nachricht hat Rosler für den Arbeitsmarkt in Wildflecken. Die für die Corona-Tests zusätzlich eingestellten Mitarbeiter, darunter Biologen und Medizinisch Technische Angestellte, werde man nach dem Ende der Pandemie im Kerngeschäft des Labors mit anderen Aufgaben weiter beschäftigen.

Sequenzierung nicht vorgesehen

Nicht einsteigen wird das Labor Rosler in die aktuell diskutierte Sequenzierung, mit der neu auftauchende Varianten von Corona-Viren unterschieden werden können. Solche Tests seien wegen der erforderlichen Investitionen und der mehrtägigen Dauer besser in großen Instituten und Universitätskliniken aufgehoben, so Rosler.

Auch gut beschäftigt ist das Labor Laboklin (Bad Kissingen) mit Corona-Tests. Dort berichtet Chefin Dr. Elisabeth Müller auf Nachfrage von 1500 bis 2000 Tests pro Tag. Routinemäßig würde das abgearbeitet, so wie man es mit medizinischen Analysen gewohnt ist. Um die Mehrbelastung zu bewältigen, wurde die Zahl der rund 500 Mitarbeiter aufgestockt. Um wie viele, verrät Müller nicht. Klar ist, dass es für die mit diesen Tests befassten Mitarbeiter schon mal später Feierabend gibt und auch an Samstagen und Feiertagen gearbeitet werden muss.

Auch bei Laboklin stellt man sich nicht auf eine Sequenzierung bei den Corona-Tests ein "Das ist schon eine Nummer komplizierter", sagt Elisabeth Müller. Allerdings plane man einen Zwischenschritt, bei dem man immerhin feststellen könne, ob man im Falle eines positiven Tests eine der gefährlicheren und der gerade in Großbritannien grassierenden Variante vor sich habe. Die weitere Untersuchung über die Abstammung des Virus könne dann woanders vorgenommen werden. "Gesellschaftlich ist das ja gerade besonders spannend, weil wir wissen wollen, wo wir stehen", fügt Müller an.

Wenig Tests in Großenbrach

Nur vergleichsweise wenig Corona-Tests macht das Labor L&S mit seinen 560 Mitarbeitern in Großenbrach. So wurden im November 2020 rund 1600 Analysen nachgefragt, im Dezember waren es 180, sagt auf Nachfrage Geschäftsführende Direktorin Sabine Fingerhut-Heinemann. Sie nennt die Situation etwas unbefriedigend, weil man investiert habe, um den Einsatz gegen die Pandemie zu unterstützen. Wolfgang Dünnebier