Dass es in Bad Kissingen zusätzlichen Bedarf an Plätzen zur Kinderbetreuung gibt, ist eigentlich keine Neuigkeit. Forderungen nach zusätzlichen Angeboten werden seit einigen Jahren immer wieder laut. Das Rathaus spricht auch bereits seit einiger Zeit mit Partnern, die dazu beitragen können und wollen, den Mangel zu beheben. Passiert ist noch nichts. Doch das soll sich jetzt ändern.

Zusammenarbeit mit Partnern

Der Finanzausschuss des Stadtrats akzeptierte am Mittwoch ohne ein Wort der Diskussion und einstimmig einen Antrag der Katholischen Kirchenstiftung, weitere Betreuungsplätze als "bedarfsnotwendig" anzuerkennen. Um insgesamt 41 zusätzliche Plätze für Kinder im Alter zwischen einem Jahr und 14 Jahren geht es dabei ganz konkret.

Wie die Stadtverwaltung dem Ausschuss berichtete, wirkt die Stadt mit mehreren Institutionen zusammen, um das Projekt zu verwirklichen. Errichtet werden solle die neue Kindereinrichtung "in Zusammenarbeit mit der Theresienspitalstiftung". Als Standort für den neuen Kindergarten wird ein Gelände der Theresienspitalstiftung angesteuert. Dabei handelt es sich wohl um ein Areal, das nordwestlich der oberen Maxstraße, unterhalb der Staatlichen Realschule liegt. Die Katholische Kirchenstiftung Herz Jesu wolle die "Betriebsträgerschaft der Kindereinrichtung" übernehmen, erklärte die Stadtverwaltung dem Ausschuss. Die jetzige Außenstelle des Kliegl-Kindergartens in der Kapellenstraße solle in der neuen Einrichtung aufgehen. Diese Außenstelle hat laut Stadtverwaltung 28 Plätze. Ihre Betriebserlaubnis sei befristet bis September 2023.

Nach Einschätzung der Stadtverwaltung lassen aktuelle Belegungszahlen und Anmeldungen erwarten, "dass der Betreuungsbedarf in Bad Kissingen kontinuierlich weiter benötigt wird". Grundsätzlich sei der Bedarf in Bad Kissingen seit der Einführung des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab dem ersten Lebensjahr vor sieben Jahren ohnehin beständig angestiegen. Aktuell liege eine Bedarfsanerkennung für 102 Plätze vor. Benötigt würden aber insgesamt 143 Plätze.

Fertigstellung bis Herbst 2023

Vorgesehen seien in der neuen Einrichtung insgesamt zwei Krippen-Gruppen und drei Gruppen für Kinder im klassischen Kindergartenalter. Dazu komme eine Schulkind-Gruppe mit 25 Plätzen. Die werde ins Projekt aufgenommen, weil es ab 2025 einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Schulkinder geben solle.

Unter Vorbehalt stellte Oberbürgermeister Dirk Vogel dem Ausschuss auch bereits die aktuellen Vorstellungen zum zeitlichen Ablauf des Projekts vor. Die Planungen für Förderantrag und Ausführung sollen im nächsten Jahr laufen. Den Baubeginn erwartet Vogel für das Frühjahr 2022.

Bei etwa eineinhalb Jahren Bauzeit hoffe man auf Fertigstellung und Inbetriebnahme im September 2023. Siegfried Farkas