Rund 110 Teams starten in Bad Kissingen am Wochenende, 3. bis 5. September, in ihren Oldtimern. Auf drei Runden durch Nordbayern, samt einem Abstecher nach Thüringen, werden die Teilnehmer in ihren betagten Gefährten 580 Kilometer zurücklegen. "Von Welterbe zu Welterbe", hat Veranstaltungsleiter Karlheinz Schott (Würzburg) als aktuelle Devise herausgegeben. Nach dem kürzlichen Aufstieg von Bad Kissingen in die Liste der von der Unesco geadelten Orte boten sich im neuen Dreiklang Würzburg und Bamberg als Zwischenziele an. Nach einer kleinen Rundfahrt am Freitagnachmittag zum Üben und Aufwärmen über 80 Kilometer steigert sich die Streckenlänge von 300 Kilometern am Samstag auf 200 Kilometer am Sonntag.

"Viele tolle Autos"

"Es gibt wieder viele tolle Autos", schwärmt der Motorsportler von dem Teilnehmerfeld, welches allerdings durch die Unwägbarkeiten der Corona-Pandemie etwas verkleinert ist. Ursprünglich war die Rallye für Ende Mai angesetzt, musste aber dann aus gegebenem Anlass verschoben werden. 2020 war sie ganz ausgefallen. Bei der jüngsten Ausrichtung 2019 waren knapp 170 Fahrzeuge an den Start gegangen. Besonders erwähnenswert sind dem Veranstaltungsleiter rund 20 Vorkriegsfahrzeuge. Bei dem Teilnehmerfeld sei das eine beachtliche Dichte. Alles in allem geht es um einen historischen Fuhrpark von einem seltenen Alvis Experimental von 1928 als ältestem Wagen bis zu einem Audi Quattro und einem DeLorean aus den 1980er Jahren. Anders als in den früheren Jahren geht dieses Mal kein ausgesprochener Promi hinter dem Steuer ins Rennen. Auch Urban Priol gehörte immer wieder mit dem eigenen Auto zu den Teilnehmern, auf dem Beifahrersitz war auch schon Roberto Blanco dabei. Die Veranstaltung glänzt einerseits mit sportlichem Anspruch: "580 Kilometer über kurvige Nebenstraßen, Flur- und Weinbergswege zu fahren, unzählige Abzweigungen richtig zu erwischen und außerdem Uhren und Stoppuhren richtig zu bedienen, ist bei all dem Spaß auch anstrengend", lässt Motorsportler Schott wissen. Gleichzeitig sollen die Rundkurse auch jenen ein emotionales Gesamterlebnis bieten, die ihr Fahrzeug schonen und nicht um Hunderstelsekunden feilschen wollen. Die häufigste Aufgabe bei Oldtimerrallyes ist das Durchfahren von Strecken in einer vorgeschriebenen Zeit, der es möglichst nahe zu kommen gilt. Weil auf den letzten Metern nicht mehr angehalten werden darf, muss dann mit Gas und Kupplung gespielt werden, um im vermeintlich richtigen Augenblick durch eine Lichtschranke zu fahren.

Start in der Kurhausstraße

Abgespeckt präsentiert sich 2021 das Rahmenprogramm in Bad Kissingen. So gibt es keine Abendveranstaltungen im Regentenbau. "Aus verschiedenen Gründen", so Veranstaltungsleiter Schott, starten die Fahrzeuge auch nicht, wie sonst üblich, auf dem Marktplatz in der Altstadt auf die Strecke, sondern in der Kurhausstraße. Aber sie werden auch dort per Lautsprecherdurchsage vorgestellt. Start ist am Freitag ab 12.55 Uhr im Minutentakt, am Samstag und Sonntag jeweils ab 8 Uhr. Bei der Anzahl der Teilnehmer rechnen die Veranstalter mit knapp zwei Stunden, bis alle Fahrzeuge auf der Strecke sind. Den Concours d'Elégance, die Präsentation der Fahrzeuge, wird es in diesem Jahr nicht geben.

Über 400 Helfer sind mit den Motorsportclubs Karlstadt und Zellingen im Einsatz, darunter auch Feuerwehrleute für Verkehrsregelungen. Erstmals will sich auch der neue Sponsor Depro beweisen. Der hessische Veranstaltungdienstleister hatte durch die Absage 2020 wegen Corona gewissermaßen einen Fehlstart hingelegt. Zuvor war Sachs 20 Jahre Hauptunterstützer der Veranstaltung gewesen. Karlheinz Schott ist zuversichtlich, das die Depro Franken Classic in den kommenden Jahren wieder die gewohnte Größe erreicht. Das sei aus den bisherigen Anmeldungen für 2022 zu schließen. dübi