Kultur gibt es nicht umsonst. Sie kostet sogar dann Geld, wenn sie nicht stattfindet. Als der Stadtrat vor ein paar Monaten zustimmte, wegen Corona und Folgen den Kissinger Sommer abzusagen, muss den Räten das schon klar gewesen sein. Trotzdem war das eine oder andere Stöhnen zu vernehmen, als das Büro Kissinger Sommer dem Stadtrat jetzt mit Zahlen greifbar machte, welche Größenordnung die auch finanziell schmerzliche Absage hat. Mit 543 000 Euro gab Thomas Lutz das vorläufige Defizit für das ausgefallene Festival 2020 an.

Zur Erinnerung: Für das grundsätzlich unvermeidliche Defizit eines Kissinger Sommers mit allen Veranstaltungen hat der Stadtrat eine Obergrenze gesetzt. 750 000 Euro Defizit sollten möglichst nicht überschritten werden.

Trotz vereinzelter Kritik folgten die meisten Ratsmitglieder offenbar der Einschätzung von Zweitem Bürgermeister Anton Schick, dass Wehklagen über das Defizit letztlich "eine pathologische Betrachtungsweise" sei. Man könne ja nichts mehr ändern. Alle Festivals "leiden" im Corona-Jahr unter den Fixkosten, erklärte Intendant Tilman Schlömp dazu. Die Fixkosten des Kissinger Sommers seien im Vergleich zu anderen Festivals sogar eher gering.