Wo lebt es sich am besten? Auf diese Frage gibt die ZDF-Deutschland-Studie für Unterfranken die klare Antwort: im Landkreis Bad Kissingen. Der Bäderlandkreis landete im Vergleich aller 401 Landkreis und kreisfreien Städte in Deutschland auf Rang 32. So gut konnte sich im Vergleich innerhalb des Bezirks nicht einmal die Stadt Würzburg platzieren. Unterfrankens Metropole landete in der Studie knapp hinter dem Kreis Kissingen auf Platz 35.
Erstellt hat die Studie für ZDFzeit die Prognos AG. Die Regionalwissenschaftler hätten versucht mit statistisch hochwertigen Daten, "die Lebensumstände in Deutschland möglichst umfassend zu messen", heißt es in den Erläuterungen über die Ziele der Arbeit. Befragungen "zur Ermittlung der subjektiven Einschätzungen" seien bewusst nicht vorgenommen worden.


Drei Kategorien

Bewertet haben die Wissenschaftler die Städte und Landkreise in den drei Kategorien Arbeiten & Wohnen, Gesundheit & Sicherheit sowie Freizeit & Natur. In die erste Kategorie seien unter anderem Daten zu Immobilienpreisen und Einkommen eingeflossen. In der zweiten Kategorie ging es um Indikatoren wie die Zahl der Einbrüche je 10 000 Einwohner, die Luftqualität und die Erreichbarkeit des nächsten Krankenhauses. In Kategorie drei verarbeiteten die Wissenschaftler unter anderem Informationen über die Sonnenstunden im langjährigen Mittel aber auch über die Bar- und Restaurantdichte vor Ort. 1#googleAds#100x100
Sein bestes Teilergebnis, nämlich Rang 38 erreichte der Kreis Kissingen mit 66 von 100 möglichen Punkten in der Kategorie Gesundheit & Sicherheit. Bei Arbeit & Wohnen kam der Bäderkreis auf 65 Punkte, was Rang 88 bedeutet. In der Kategorie Freizeit & Natur brachten 59 Punkte Rang 92.
Die Städte und Landkreis in Unterfranken schneiden in der Studie allgemein recht ordentlich ab. Mit etwas Abstand zur Region Bad Kissingen und der Stadt Würzburg folgt der Landkreis Main-Spessart auf Platz 63, vor den Landkreisen Würzburg (71), Kitzingen (73) und Rhön-Grabfeld (80), die alle ebenfalls noch im ersten Viertel eingruppiert werden.
Weitere Platzierungen: Haßberge (Platz 105), Landkreis Schweinfurt (116), Landkreis Miltenberg (118), Landkreis Aschaffenburg (122) und Stadt Aschaffenburg (150).
Ein wenig aus dem unterfränkischen Rahmen fällt das Ergebnis der Stadt Schweinfurt. Sie nimmt lediglich den 305. von insgesamt 401 Plätzen ein.
Bayern scheint nach dieser Studie ohnehin dem Paradies recht nahe zu kommen. Unter den ersten Zehn des Gesamtrankings für Deutschland sind mit den Städten Heidelberg (Zweiter), Potsdam (Vierter) und Ulm (Zehnter) nur drei nicht in Bayern angesiedelt. Platz eins nimmt mit insgesamt 207 Punkten Bayerns Landeshauptstadt München ein. Das anderen Ende der Tabelle ziert neben Nachbarn wie Dortmund, Unna oder Duisburg die Stadt Gelsenkirchen.
Bei der Bewertung orientiere sich die Studie "an den Grundbedürfnissen des Menschen: Gesundheit, Wohnen, Versorgung, Arbeit, Sicherheit, Freizeit und Erholung". Obwohl Lebensqualität für jeden etwas anderes bedeute, gebe es messbare Faktoren, die für besonders viele hohe Bedeutung haben.
Subjektive Wünsche und unterschiedliche Ansprüche Einzelner seien durch die Deutschlandstudie "ausdrücklich nicht erfasst", heißt es in den Erläuterungen. Beispielsweise bleibe unberücksichtigt, "dass manche Menschen per se ein Leben auf dem Land oder in der Stadt vorziehen". Auch persönliche Umstände, wie Mentalität, Heimatgefühl sowie glückliche oder unglückliche Ereignisse könnten sich, "trotz positiver Rahmenbedingungen, auf die subjektive Bewertung der eigenen Lebensqualität und des Umfeldes auswirken". far