Erstaunen und Besorgnis herrschen beim FC 06 Bad Kissingen hinsichtlich der Pläne der Stadt für die künftige Nutzung und mögliche Umgestaltung des Dr.-Hans-Weiß-Sportparks, sollte die Bad Kissinger Bewerbung für eine Landesgartenschau erfolgreich sein. Konkret befürchtet der Verein, durch einen möglichen Umbau seinen Trainingsplatz einzubüßen.

Der Vorsitzende Wolfgang Werner äußerte diese Bedenken Anfang Mai dieses Jahres im Rahmen der Jahreshauptversammlung der 06er.

Bürger-Sportpark soll breitere

Nutzungsmöglichkeiten bringen

Zum Hintergrund: Die Stadt Bad Kissingen bewirbt sich für die Ausrichtung der Landesgartenschau im Jahr 2030 oder in einem der beiden Folgejahre. Ein zentrales Element soll im Falle des Zuschlags der Dr.-Hans-Weiß-Sportpark sein. Der dann zu einem sogenannten Bürger-Sportpark umfunktioniert werden soll, wie aus den Planungen der Stadt hervorgeht. Gemessen an der aktuellen Auslastung sei das Gelände überdimensioniert, hatte Oberbürgermeister Dirk Vogel (SPD) bereits im März im Stadtrat geäußert.

Die Vorstellungen gehen deshalb in Richtung eines Sportplatz-Areals, das ins städtische Leben eingebunden ist: Die Nutzung soll über die klassische durch Vereine hinausgehen und es soll offen für Bürgerinnen und Bürger sein. "Es soll mehr und nicht weniger Nutzungen im Sportpark geben, das ist der Beitrag der Landesgartenschau für die langfristige Stadtentwicklung", sagt auch Bad Kissingens Pressesprecher Thomas Hack im Gespräch mit dieser Redaktion.

Skizzen, die in der März-Ausgabe des Stadtblatts veröffentlicht wurden, zeigen zwar, dass der Rasenplatz oberhalb des Hauptspielfeldes mit Tartanbahn in diesem Szenario nicht mehr wie bisher für die Fußballerinnen und Fußballer nutzbar wäre. Aber, und das wird seitens der Stadt klar kommuniziert: "In der Planung sind im Bürger-Sportpark zwei Felder für Fußball vorgesehen", so Hack weiter.

Tatsächlich hatte auch Landschaftsarchitekt und Stadtplaner Raimund Böhringer (Wunsiedel) im Stadtrat ein Konzept mit zwei Spielfeldern vorgestellt. Die Pläne lassen die Schlussfolgerung zu, dass als zweites Spielfeld der Hartplatz im Süden der Anlage ins Auge gefasst werden könnte. Momentan hält das Feld aufgrund von Beschaffenheit und Zustand nur als Not-Ausweichstätte her. Wäre also eine Aufbereitung eine denkbare Lösung? "Diese Entscheidung wird unter Beteiligung der Nutzer des Sportparks im Rahmen der weiteren Planung getroffen", so Pressesprecher Hack.

Ein Hauptnutzer im Sportpark ist eben der FC 06 Bad Kissingen. Das Gelände, beziehungsweise die Fußballplätze, gehören allerdings der Stadt. Dennoch hätte sich Werner mehr Kommunikation gewünscht: "Natürlich sprechen wir über ungelegte Eier und uns ist bewusst, dass noch überhaupt nichts entschieden ist. Aber ich sehe bisher nicht, dass wir in die Diskussion einbezogen sind", so der Vorsitzende des FC 06. Das sorge für Ungewissheit.

Stark frequentiert

"Der Trainingsplatz ist für uns quasi das Herzstück", sagt Werner. "Die Jugendmannschaften spielen dort ja auch, er ist sehr stark frequentiert und für uns fast wichtiger als das Hauptfeld." Das, so Werner, liege auch an der Größe: "Er hat fast die Maße von zwei Fußballfeldern" und sei darum für mehrere Mannschaften parallel nutzbar. Den Hartplatz zu modernisieren, würde deshalb nur bedingt Abhilfe schaffen.

"Für uns als FC alleine würde das natürlich reichen, aber es sind ja auch andere Vereine im Sportpark aktiv." Pressesprecher Hack hingegen versichert: "Die bisherigen Nutzungen lassen sich auf den zwei Feldern und den zusätzlichen Freianlagen abbilden."

Stadt und FC 06 gehen von Gesprächen und Lösungen aus

Erfahrungen aus der Vergangenheit vertiefen Werners Sorgenfalten: "Ob bei der WM 2006 oder der Eishalle, wir sind immer als Verlierer rausgegangen oder haben Federn gelassen", erinnert sich der Funktionär. Als zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 das Nationalteam Ecuadors Quartier in Bad Kissingen bezog, hatten die 06er das Gelände räumen und sich zwischenzeitlich eine neue Spielstätte suchen müssen. Das anhaltende Scharmützel um den Verkauf der Eishalle am Sportpark durch die Stadt an einen Investor kostete den FC 06 voriges Jahr gewissermaßen sein Sportheim, in Eigenregie wurde ein neues errichtet.Trotz alledem ist Werner eines besonders wichtig: "Ich gehe davon aus, dass wir im Dialog eine gute Lösung für alle finden", sagt er. Ein Gespräch mit OB Vogel sei für den Juni vorgesehen.

Davon unabhängig heißt es auch seitens der Stadt: "Planung und Bewerbung für die Landesgartenschau erfolgen stufenweise." Eine genauere Abstimmung mit den Vereinen und anderen Nutzern des Sportparks werde es auf jeden Fall geben, sollte die Bewerbung erfolgreich sein. Eine Entscheidung hierzu wird im Herbst 2022 erwartet. Simon Snaschel