Dittlofsroda
Unwetter

Einsatzkräfte kämpfen mit Wassermassen: Wolkenbruch setzt Grundschule in Dittlofsroda unter Wasser

Eher zahme Bäche und Rinnsale verwandelten sich bei einem Starkregen in reißende Ströme. Für die Grundschule hat das besondere Konsequenzen. Drei weitere Orte kommen eher glimpflich davon.
In Dittlofsroda umspülte der Steinbach die Turnhalle. Mit Unterstützung von Landwirten verhinderte die Feuerwehr größere Schäden. Foto: Florian Atzmüller

Rund 200 Einsatzkräfte kämpften nach Angaben von Kreisbrandinspektor Thomas Eyrich am Samstagabend (05. Juni 2021) gegen die Auswirkungen von Wassermassen, die durch Dittlofsroda, Windheim und Teile von Waizenbach strömten. Am stärksten betroffen war Dittlofsroda. Der angeschwollene Steinbach verwandelte das Dorf stellenweise in eine kleine Wasserlandschaft.

Über der Region waren Gewitterwolken hängen geblieben, die sich heftig ausregneten. Beobachter gehen davon aus, dass bis zu 100 Liter pro Quadratmeter niedergingen. Trichterförmig sammelte das Gelände ablaufendes Wasser aus höherliegenden Bereichen bis nach Neuwirtshaus und Schwärzelbach.

Einsatzkräfte kämpfen mit Wolkenbruch: Dorf unter Wasser gesetzt

Gegen 18.45 Uhr gab es den ersten Alarm. Eine anschwellende Welle traf am Ortsrand von Dittlofsroda mit Wucht auf den Bereich von Grundschule und frisch sanierter Bürgermeister Karl Keßler-Halle. Zusätzliche Fluten, die den Kürlesberg hinab flossen, verschärften die Lage. Besonders traf es die Schule, deren Keller voll Wasser lief sowie einzelne Klassenzimmer. "Zum Glück stand das Wasser dort nicht so hoch", bewertete Bürgermeister Florian Atzmüller auf Nachfrage das Geschehen. Er war einer der ersten am Einsatzort. "Bei dem Regen hatte ich kein gutes Gefühl", beschreibt er seine Intuition, doch mal nach dem Rechten zu schauen.

Weitgehend vor Schäden bewahrt werden konnte dagegen die Bürgermeister Karl Keßler-Halle. Dort errichteten Landwirte, Feuerwehrleute und Bauhof-Mitarbeiter einen Wall aus Strohballen und Sandsäcken, um die Wassermassen vorbeizuleiten. "Die Bevölkerung hat toll mitgemacht", lobt Kreisbrandinspektor Thomas Eyrich das Zusammenwirken. Ohne die Unterstützung von Traktoren hätte man viel weniger ausrichten können. "Schon die Anfahrt nach Dittlofsroda war schwierig", beschreibt Eyrich das spektakuläre Geschehen. Aus Richtung Wartmannsroth war die Ortseinfahrt derart überflutet, dass man nur an der Schule vorbei in den Ort kam. In Mitleidenschaft gezogen wurden auch mehrere Privatanwesen, bei denen Keller voll liefen sowie das Feuerwehrgerätehaus und das Haus der Bäuerin. Nachdem ein Trafohäuschen gut einen Meter unter Wasser gestanden war, wurde sicherheitshalber der Stromversorger verständigt.

Relativ glimpflich kamen nach Einschätzung von Bürgermeister Florian Atzmüller Waizenbach und Windheim davon. Aber auch dort liefen einzelne Keller voll. Höfe und Straßen mussten gereinigt werden.

Schäden durch Unwetter am Samstag: Auch am Sonntag ging es weiter

Insgesamt zogen sich die Arbeiten am Samstag bis 23 Uhr hin und auch am Sonntag ging das große Putzen samt Aufnahme von Schäden weiter. Laut Kreisbrandinspektor Eyrich waren die Feuerwehren aus Dittlofsroda, Waizenbach, Wartmannsroth, Frankenbrunn, Reith, Völkersleier und Hammelburg im Einsatz.Längere Einschränkungen im Schulbetrieb von Dittlofsroda scheinen nun nicht ausgeschlossen. Einzelne Einbauten, wie Holzböden müssen in verschiedenen Klassenzimmern entfernt werden. Genaueres soll mit Schulleitung und dem Architekten am Montag besprochen werden, kündigt der Bürgermeister an. Möglicherweise ist zunächst mit der Fortführung des Distanzunterrichts zu rechnen, der ja eigentlich zum Ferienende in dieser Woche auslaufen sollte.

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Schon jetzt habe die Schule jedenfalls vom aktuell laufenden Bau der neuen Pausenaula profitiert, so der Bürgermeister. Damit solle ja auch der Hochwasserschutz der Schule verbessert werden, erläutert er. "Zum Teil habe das bereits funktioniert, aber leider ist das Vorhaben noch nicht ganz fertig", bedauert er. Vorerst gesperrt bleibt als Folge der Flut der Fußgängersteg am Sportplatz.

In Diebach, wo der Klingenbach die Ortsmitte überspülte, blieben die Schäden geringer, als bei zurückliegenden Ereignissen. "Es war spannend", berichtet Bürgermeister Armin Warmuth vom Ansteigen des Wasserpegels. Die Feuerwehr stand schon mit Sandsäcken zum Schutz gefährdeter Grundstücke parat, doch der Bach schwappte kaum über. Weil aber der Schlierbach am Ortsausgang Richtung Morlesau über die Ufer traf, wurde dort der Keller eines Hauses überschwemmt. Zu tun hatte die Feuerwehr Gräfendorf, nachdem die Staatsstraße Richtung Waizenbach und die parallel verlaufende Bahnlinie von Treibgut überschwemmt worden waren.

Wolfgang Dünnebier