Erst im Lauf des Sonntags wurde deutlich, welche Wucht jene Flutwelle hatte, die den Ort am Samstag nach einem Wolkenbruch oberhalb des Dorfes heimgesucht hatte. "Unglaublich, was da so alles mitgeschwemmt worden ist", staunt Bürgermeister Florian Atzmüller über die Größe der Steinbrocken, die im Bereich der Turnhalle nach dem Rückgang des Wassers entfernt werden mussten.

Mit Blick darauf ist die Rettungsaktion von Feuerwehren und Landwirten umso höher zu bewerten, die die umspülte Halle trotz der Strömung des Steinbaches gemeinsam vor dem Eindringen von Wasser bewahrten. Allerdings werden am Sockel des Gebäudes wohl Reparaturen erforderlich, denkt Atzmüller.

Größer sind die Schäden an der Grundschule. Dennoch wartet der Bürgermeister mit einer guten Nachricht für alle Schüler auf. Sie hatten sich nach den Corona-Beschränkungen der vergangenen Monate eigentlich auf die Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts bereits am Montag gefreut.

Doch nachdem Wasser durch Bereiche der Schule gelaufen war, wird daraus bis auf Weiteres nichts.

Nun gelte es, einzelne Holzböden und Möbel auszutauschen. Möglicherweise erneuert werden muss die Heizung, die tiefer im Wasser gestanden hat. Aber: "Wir streben dennoch einen Start des Präsenzunterrichts diese Woche an", verkündete Atzmüler auf Nachfrage dieser Redaktion nach einer Besprechung mit Schulleitung und dem Architekten.

Straßenbrücke wird überprüft

Ausdrücklich dankt Atzmüller der ganzen Bevölkerung für ihr Zusammenstehen bei den Reinigungsarbeiten auch in den Ortsteilen Waizenbach und Windheim. Die Arbeiten mit Unterstützung des Bauhofes und des Schulpersonals dauerten am Sonntag an. Gerade der Bauhof sei wohl im Laufe der Woche noch mit kleineren Baustellen beschäftigt.

Näher prüfen lassen will Atzmüller den Fußgängersteg am Sportplatz über den Steinbach. Er ist seit Samstag gesperrt, nachdem er unter dem Einfluss der Wassermassen abgesackt ist. Weil er auch als Schulweg benutzt wird, soll bald festgestellt werden, wie er wiederhergestellt werden kann. Auf Nummer sicher gehen möchte der Bürgermeister bei der Straßenüberführung in der Ortsmitte. Auch mit Blick auf die Nutzung durch schwere landwirtschaftliche Fahrzeuge strebt die Gemeindeverwaltung eine statische Untersuchung an.

Prävention am Gerstenberg

Die Gefahr von Sturzfluten ist der Gemeinde durchaus bewusst. Deshalb hat sie sich laut Atzmüller schon länger um Förderung aus einem Bundesprogramm beworben. Prävention ist vor allem am Gerstenberg geplant, "wo das Wasser am Samstag so unschön herunterkam." (Atzmüller) . Dort sei ein Streuobststreifen mit Versickerungsmöglichkeit geplant. Ebenso am Ellenberg bei Schwärzelbach, das dieses Mal zum Glück nicht so stark betroffen gewesen sei. Dort ist zu einem Streuobstgürtel auch ein Überlaufbecken vorgesehen. Unter den aktuellen Eindrucken will sich Atzmüller mit dem Wasserwirtschaftsamt beraten, um unter Bundesförderung möglichst rasch Schutzvorkehrungen zu treffen. Wolfgang Dünnebier