Seit vergangenem Sommer ist Andreas Maier als neuer Präsident der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim in der Nachfolge von Hermann Kolesch im Amt. Über die aktuellen Herausforderungen für den neuen LWG-Präsidenten informierte sich kürzlich der SPD-Landtagsabgeordnete Volkmar Halbleib bei einem digitalen Antrittsbesuch in einer Videokonferenz. Das teilte Halbleib in einer Pressemitteilung mit.

In ihrer Forschung konzentriere sich die LWG demnach auf Anpassungsstrategien der Region an den Klimawandel und der daraus resultierenden Wasserknappheit in Unterfranken. Somit unterstütze sie Landwirte, Gärtner und Winzer dabei, sich auf die neue Herausforderung einstellen zu können. Der Anbau von Gemüse ist in Mainfranken immer wieder Thema kontroverser Diskussionen und war ein Schwerpunkt im Gespräch zwischen Halbleib und Maier, heißt es in der Pressemitteilung. Vor allem der hohe Wasserverbrauch auf den Feldern werde zunehmend ein Problem. "Heißere Sommer, weniger Niederschläge und absinkende Grundwasserspiegel stellen nicht nur die regionalen Gemüseanbauer vor große Herausforderungen, sondern auch die Grund- und Trinkwasserspeicher", sagte Halbleib.

Beim Gemüseanbau lohne der Vergleich mit dem Knoblauchsland in Mittelfranken, erläuterte Maier. "Dort entstehen immer mehr Unterglas-Betriebe, die den Feldanbau abgelöst haben. Das bringt bis zu 90 Prozent Ersparnis beim Wasserverbrauch." Es könnten jedoch nicht alle Feldkulturen unter Glas erzeugt werden. Zudem seien neue Techniken eine große Chance. Maier: "Mechanisierung, Automatisierung und Digitalisierung bringen hier eine kleine Revolution, die auch den Arbeitsschutz und die Arbeitsbedingungen in den Betrieben verbessert." Auch in den Weinbergen, Wäldern und Städten der Region brauche es innovative Lösungen der Bewässerung. Neben Weinbau und Gemüseanbau darf man nach Maiers Überzeugung bei der Wasserbereitstellung den Bedarf der Städte für die Erhaltung des Stadtgrüns nicht vergessen. Hauptschwerpunkt der Landesanstalt bleibt neben der Forschung die Aus-, Fort- und Weiterbildung von Winzern sowie Garten- und Landschaftsbauern.

An der Staatlichen Meister- und Technikerschule gehen die Anmeldezahlen im Bereich des Produktionsgartenbaus laut Pressemitteilung zurück. Auch im Bereich Weinbau seien die Anmeldezahlen leicht rückläufig. "Mittlerweile wählen viele junge Leute den Weg über die Hochschulen", erklärt Maier. Gerade im öffentlichen Dienst seien die Unterschiede bei der Bezahlung zwischen Bachelor und Techniker nach wie vor groß. "Außerdem gibt es im Produktionsgartenbau auch immer weniger Betriebe", so Maier.

Kooperationen sollen neue Wege aufzeigen

Künftig wolle sich die LWG noch besser auf die Bedürfnisse ihrer Zielgruppen einstellen. Durch modularen Unterricht sollen die unterschiedlichen Fachrichtungen noch besser vernetzt und mittels in Corona-Zeiten erprobtem E-Learning auch die Voraussetzungen für ein lebens- und berufsbegleitendes Lernangebot verbessert werden. Darüber hinaus sollen Kooperationen mit der Fachschule für Gartenbau in Landshut sowie mit Hochschulen neue Wege der Ausbildung für Veitshöchheim aufzeigen.

Um die vielfältigen Aufgaben der Landesanstalt auch in Zukunft stemmen zu können, sind auf dem Gelände in Veitshöchheim auch Baumaßnahmen im Gange. So sei der Bau eines neuen Gebäudes für den Obstbau bereits abgeschlossen und eine Einweihung für den Sommer 2021 geplant. Für den Weinbauversuchsbetrieb wird laut Mitteilung als neuer Standort das Gelände am Stutel in Thüngersheim (Lkr. Würzburg) entwickelt. Und der Baubeginn des Neubaus für das Institut für Bienenkunde und Imkerei ist im vierten Quartal 2021 geplant. bal