Laut Gesundheitsamt lag der Inzidenzwert für den Landkreis am Sonntag bei 91,1. Bereits am Freitag wurde festgelegt, dass vom 22. bis 28. März in den Schulen weiter Präsenzunterricht stattfindet, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann, teilte das Landratsamt mit. Ansonsten gilt Wechselunterricht.

Dass der Inzidenzwert im Kreis wieder ansteigt, ist seit einiger Zeit erkennbar. Dennoch liegt diese Zahl noch unter dem Schwellenwert 100. Über 100 Neuinfizierten pro 100 000 Einwohner hatte der Kreis zum letzten Mal am 9. Februar 2021 erreicht (109,5).

Auch Jüngere sind schon geimpft

In der Grafik des Kreises, die das Infektionsgeschehen vom 1. Dezember 2020 bis 21. März 2021 abbildet, kann man recht gut den Höhepunkt der zweiten Welle im Dezember erkennen: Der Inzidenzwert lag am 31. Dezember mit 210,2 am höchsten. Bereits am 13. Dezember war dieser Wert von 200 überschritten worden.

Für Landrat Thomas Bold ist klar: Der Beginn des Impfens wirkte sich deutlich auf die Entwicklung des Inzidenzwertes aus. Bei einem Pressetermin ging er auch auf die in den jeweiligen Altersklassen bereits erfolgten Impfungen ein. Beispiel Erstimpfungen: 10 801 Personen haben bis 21. März die erste Schutzimpfung erhalten. Die meisten Impfungen (etwa die Hälfte) haben die über 80-Jährigen bekommen.

Die zweitgrößte Gruppe der Erstgeimpften (1636 Stand 19.3.) sind Personen zwischen 50 und 60 Jahren. Dann folgt die Gruppe der 40- bis 50-Jährigen mit 989 Personen. Auch in den jüngeren Altersgruppen gibt es bereits zahlreiche Erstgeimpfte. Das liegt, laut Bold, vor allem daran, dass in der ersten Priorisierungsgruppe beispielsweise auch die Pflegekräfte in Seniorenheimen, Krankenhäusern, Rettungsdiensten und ambulanten Pflegediensten - gleich welchen Alters - mitgeimpft wurden.

Beschwerden

Zudem stellen die 40- bis 60-Jährigen die größte Bevölkerungsgruppe in der Alterspyramide des Kreises dar. Nicht zu vergessen sei auch, dass zur ersten Priorisierungskategorie zum Beispiel auch das Personal in Impfzentren, Impfteams oder auch in Notaufnahmen zählt.

Manche Bürger hätten sich beschwert, dass bereits Menschen aus der Priorisierungskategorie zwei geimpft wurden, sagte Regierungsdirektor Thomas Schoenwald. Seine Erklärung: Zuerst habe man die über 80-Jährigen mit Biontech geimpft. Als dann auch Astrazeneca-Dosen im Landkreis ankamen, hieß es, dieses Serum dürfe nur an unter 65-Jährige verimpft werden.

Daraufhin wurden über 80-Jährige weiter mit Biontech versorgt, sagte Schoenwald. Astrazeneca sei dann vor allem an Pflegepersonal (Kategorie I), aber auch an einige Personen aus der Kategorie II verimpft worden. Schließlich wurde das Serum dann auch für Menschen über 65 Jahre wieder frei gegeben.

War Astrazeneca am 15. März vom Bund vorerst ausgesetzt worden, so darf der Impfstoff seit 19. März wieder verabreicht werden. Fürs Landratsamt bedeutete dies, dass man 400 Impflinge für den 16. März abbestellen musste. 86 Fläschchen mit Impfdosen blieben zunächst liegen, so Pressesprecherin Nathalie Bachmann. An diesem Freitag war nun erneut Personaleinsatz im Amt gefragt, denn für den 23. März mussten hunderte von Menschen neu eingeladen werden, weil dann wieder Astrazeneca verimpft wird.

Software handelt eigenständig

Einen Vorwurf von Bürgern an das Landratsamt wollte Bold unbedingt noch entkräften: Das Impfzentrum kann nicht bestimmen, wer wann geimpft wird. Je nachdem, wieviel Serum zur Verfügung steht, werden Impftermine im Registrierportal freigegeben. Stehen beispielsweise 200 Impfdosen für einen Tag zur Verfügung, gibt das Landratsamt 200 Termine im Computer frei. "Dann wirft das System die Namen aus." Isolde Krapf