Polizei-Streife vor der Schule, Gerüchte in Nüdlingen und Haard: Der letzte Abschluss-Streich der letzten 9. Klasse in der Geschichte der Schlossberg-Schule wird noch lange in Erinnerung bleiben. Nach vielen harmonischen Streichen dieser Art, lief der in der Nacht auf Donnerstag aus Sicht der Schulleitung aus dem Ruder: "Es wurde eine rote Linie überschritten", sagt Schulleiterin Ritta Helfrich. Am Donnerstagmorgen habe sie sogar überlegt, die offizielle Verabschiedung abzusagen. "Man hätte einfach mit uns sprechen können, dann hätte es nicht so einen Wind gegeben", entgegnet Klassen-Elternsprecher Thomas Blaha.

Laut Helfrich haben Schulleitung und Klassenlehrer bereits vor zwei Wochen entschieden, dass "eine lange Tradition gelungener Abschlussstreiche nicht fortgeführt" wird. Helfrich verweist auf "pädagogische Gründe". Was genau vorgefallen ist, wollte sie nicht kommentieren.

Thomas Blaha wird da etwas konkreter: "Es war ein schwieriges Jahr", blickt er zurück. Er selbst sei mehrfach in der Klasse gewesen und habe den Schülern ins Gewissen geredet. Ein Vorwurf lautete, dass die 9. Klasse, die als einzige Mittelschul-Klasse noch im Schulhaus unterrichtet wurde, die Grundschüler drangsalierte. "Es war keine einfache Klasse, aber es kam auch nicht alles von den Neuntklässlern", kommentiert Blaha die Vorfälle in und außerhalb der Schule. Die Eltern hätten bei Sanktionen immer hinter den Lehrern gestanden. Trotzdem wollten sie aber den allerletzten Streich ermöglichen: "Wir haben das mehrfach angesprochen, aber es wurde alles abgeblockt."