Bis zum 31. Juli ist die Sonderausstellung "Sport - Geschichten aus Unterfranken" in der Museumsscheune des Schlosses Aschach zu besichtigen. Zu sehen sind mehr als 30 seltene Exponate, die von unterfränkischen Sportlern als Leihgaben zur Verfügung gestellt und durch spannende und ungewöhnliche Geschichten auf Texttafeln ergänzt wurden. Sie präsentieren die Vielfalt des Sports. Die eindrucksvolle Wanderausstellung entstand in Zusammenarbeit der Unterfränkischen Kulturstiftung des Bezirks Unterfranken mit dem Museum für Franken (Würzburg) sowie der Museen Schloss Aschach.

Gemeinsam mit Anne Kraft (Bezirk Unterfranken), Benjamin Spies (Museum für Franken) und Kuratorin Daniela Kühnel erläuterte die Aschacher Museumsleiterin Josefine Glöckner das Konzept der Wanderausstellung, die in vier "für Sportfans wichtigste Räume" unterteilt ist: Das "Wohnzimmer" präsentiert Erinnerungsstücke an eigene Erfolge oder dient zum Erleben von Sportveranstaltungen am Fernseher. Im Umkleideraum hängen Trikots und in einem Spind können Besucher sogar echten Sportler-Schweiß riechen. Im Ausstellungsraum "Sportplatz" ist das Architektenmodell einer später errichteten Sportanlage zu entdecken und im "Vereinsheim" sind unter anderem Pokale siegreicher Vereine ausgestellt.

Olympia-Gold bis Seifenkistl

Besondere Schaustücke sind zweifellos die Goldmedaille von Martin Karl (Würzburg), die er mit seinen drei Kameraden in Berlin bei den Olympischen Spielen von 1936 im Rudern gewann; oder die Sportschuhe von Günther Hußlein (Obertheres, Haßberge), in denen er 1954 bayerischer Meister im Marathon wurde. Ein wahrer Blickfang ist das selbst gebaute hölzerne "Seifenkistl", das Heinz Ruppert im Jahr 1950 in Marktheidenfeld (Main-Spessart) im Rennen bei den "German Youth Activities" zum Sieg führte.

Vielleicht weniger spektakulär, aber historisch umso interessanter ist die hübsche Badekappe, mit der Mathilde Franz aus Laufach (Aschaffenburg) in den 1920er Jahren als Mädchen zum Schwimmen ging, bis sie vom neuen Pfarrer direkt von der Kanzel abgestraft wurde. Die entblößten Körper der Mädchen hatten ihn entsetzt, weshalb er im Gottesdienst gegen den "neuartigen Schwimmsport" wetterte.

Aber nicht nur historisch Interessantes oder amüsante Geschichten aus Kreisen unterfränkischer Sportler und Sportlerinnen sind in der Aschacher Mueumsscheune zu lesen und zu hören. Auch mit Schattenseiten des Sports wie dem hochaktuellen Problem der Homophobie oder allgemeinen Vorurteilen und Ausreden wie "Sport ist Mord" setzt sich die Ausstellung auseinander.

Einbindung behinderter Menschen

Ein besonderer Aspekt der Ausstellung ist die Einbindung behinderter Menschen; denn gerade der Sport verbindet. Deshalb ist nicht nur der Blindenfußball berücksichtigt, sondern es gibt ertastbare Lagepläne, Tast- und Riechstationen und es sind alle Beschriftungen in einfacher Sprache sowie in Blindenschrift vorhanden. Dazu gibt es eine barrierefreie PDF-Datei im Internet. Alles wurde in Zusammenarbeit mit den "including stepps", der Stepptanzgruppe der Lebenshilfe Aschaffenburg, erarbeitet, um auch Menschen mit Behinderungen den Ausstellungsbesuch zu ermöglichen.

Die Sonderausstellung "Sport - Geschichten aus Unterfranken" wurde für Sportfans und Sportmuffel gleichermaßen konzipiert. Sie wird ergänzt durch ein 90-minütiges Begleitprogramm für Kindergruppen und Schulklassen: Neben einem Rundgang durch die Ausstellung und einer Turnrunde im Schlosspark gibt es ein Quiz, bei dem Knobeln, Zählen und auch Ausprobieren angesagt ist.

Sonderausstellung Sport

Öffnungszeiten Die Sonderausstellung "Sport - Geschichten aus Unterfranken" ist ab sofort in der Museumsscheune der Museen Schloss Aschach, Schlossstraße 24, 97708 Bad Bocklet-Aschach zu sehen. Die Ausstellung ist geöffnet jeweils in der Zeit von Dienstag bis Samstag zwischen 14 und 17 Uhr. An Sonn- und Feiertagen kann die Ausstellung von 11 bis 17 Uhr besichtigt werden, Am Montag ist Ruhetag. ksvd