Eine Besonderheit dabei ist die Echter-Tafel an der Kirche St. Bonifatius in Rannungen. An diese Kirche hat der Fürstbischof schon 1588, somit schon sehr früh, eine Gedenktafel in lateinischer Sprache anbringen lassen, die damals vom Durchschnittsbürger nicht zu entziffern war. Die allgemeine Beschilderung der Echter-Bauten erfolgte erst zum 40. Regierungsjubiläum des Fürstbischofs 1613.

Rannungen hat sogar auch eine solche Tafel von 1614, angebracht am früheren Pfarrhaus, heute am Nachfolgegebäude. Die Besonderheit an der älteren Gedenktafel in Rannungen ist, dass sie später überarbeitet wurde, was sonst in Franken ausgeschlossen schien. In Rannungen hat die Pfarrei 1731 unter Beteiligung des damaligen Ortsherrn Freiherr von Münster die Tafel mit einem Zusatztext versehen, der sich stilistisch an den Text von 1588 angleicht. Der damalige Pfarrer Johann Lorenz Sell (1728-1740) hat sich dabei über dem Echter-Wappen verewigt. Gemeinderäte sind nur mit Anfangsbuchstaben erfasst.

Auf jeden Fall zeigt dies, dass im 18. Jahrhundert Fürstbischof Echter keine große Rangstellung mehr hatte. Erst König Ludwig I. hat sich wieder für die Belebung des Andenkens an den großen Fürstbischof eingesetzt. Die Tafel ist offenbar in späteren Zeiten am Turm nochmals höher versetzt werden, sodass der Text, obwohl gut erhalten, ohne Fernglas kaum zu erkennen ist, was sicher nicht im Sinn von Fürstbischof Echter lag. Die Texte hat der örtliche Heimatforscher Alfred Memmel mit Teleaufnahmen erschlossen.