Den Klang der Panflöte hat etwas ganz besonderes an sich: Die Töne sind sehr warm und dabei schwingen sie gleichzeitig, so dass sie immer auch etwas Meditativ-Unbestimmtes haben. Gerade diese tonale Färbung ist es, was an diesem Instrument so geschätzt wird, und was es unverwechselbar macht. In einem Konzert in der Aula des Johann-Philipp-von-Schönborn-Gymnasiums in Münnerstadt konnte Panflötenmusik in alle ihren Facetten gehört werden. Die Gruppe "CumPan" hatte dazu zahlreiche Lieder der unterschiedlichsten Stile einstudiert, so dass es für die zahlreich erschienen Zuhörer ein abwechslungsreicher und unvergesslicher Abend wurde.

Denn ein derart großes Panflötenensemble ist nur sehr selten zu hören: Schließlich wirkten hier zehn Panflöten zusammen, die vom Gitarrenspiel von Claus Helbig untermalt wurden. Dirigent Klaus Götzelmann spielte selbst mit und erfreute auch immer wieder mit seinen Solopassagen.


Für heimische Weisen sehr gut geeignet


Dass die Panflöte sich beileibe nicht nur für südamerikanische Volksweisen eignet, wurde gleich zu Beginn des Konzerts deutlich. Beim "Quempas", einer frühneuzeitlichen Zusammenstellung zweier lateinischer Weihnachtslieder, zeigte sich, dass das Instrument sich auch für heimische Weisen sehr gut eignet. Die "CumPane" entlockten ihrem Instrument dabei schöne, meditative Klänge, die sehr vertraut wirkten, und dennoch mir einer Prise Exotik daherkamen. Dabei hatte man sich ein interessantes Klangexperiment einfallen lassen: Während einige Panflöten auf der Bühne erschollen, hatten sich die übrigen Musiker in den Ecken der Aula verteilt: Sie spielten abwechselnd, was für das Publikum sehr reizvoll war.

Überraschend war außerdem, dass mit ganz traditionellen weihnachtlichen Weisen gestartet wurde. Dabei gelang es dem Ensemble, die Stücke so zu interpretieren, dass sie den Zuhörern ans Herz gingen. Beispielsweise beim "Es ist ein Ros entsprungen" zauberte die Mehrstimmigkeit, die sehr harmonisch war, eine ganz besondere Stimmung. Auch beim "Maria durch ein Dornwald ging" zeigte sich, dass auch Kirchenlieder auf der Panflöte hervorragend klingen, und sie durchaus ein Instrument ist, das universell eingesetzt werden kann. Einen besonderen Reiz erhielten die Stücke durch das Gitarrenspiel von Claus Helbig, das sich dezent im Hintergrund hielt, aber dennoch für den nötigen Rhythmus sorgte.


Klassik auf der Panflöte

Doch auch klassische Weisen können auf einer Panflöte interpretiert werden. Ein Beispiel hierfür führte das Ensemble selbst vor, als es die "Tristess" von Frédéric Chopin gab. In diesem Stück, das durchaus auch impulsivere Passagen hatte, wurde dem Publikum vorgespielt, dass die verschiedensten musikalischen Temperamente auf dem Instrument interpretiert werden können. Reizvoll war hier auch das Spiel mit verschiedenen Laut-Leiser-Passagen, und es war darüber hinaus fast unglaublich, wie leicht es der Panflöte fällt, Emotionen zu evozieren. Bedingt durch das große Ensemble gelang es beim "Greensleeves" einen interessanten Klangteppich zu weben, der den irgendwie unbestimmten-sehnsuchsvollen Klang der Panflöte noch verstärkte und vertiefte.

Fehlen durfte beim Konzert natürlich auch der Part nicht, in dem südamerikanische Lieder gespielt wurden, mit denen viele Zeitgenossen die Panflöte typischerweise verbinden. Das vielleicht eindrucksvollste und bekannteste in diesem Bereich ist das "El Condor Pasa", das mit einem Duett zwischen Klaus Götzelmann und Claus Helbig eingeleitet wurde. Solopassagen und das Spiel in der Gruppe wechselten einander ab, selten war dieses Stück in einer solchen Mehrstimmigkeit zu hören, es klang einfach wunderbar. Viele weitere Stücke schlossen sich an, von herrlichen Balladen über kirchliche Stücke wie dem "Tochter Zion" reichte die bunte Palette.


Rund 1300 Euro an Spenden

Da es sich beim Auftritt der Gruppe "CumPan" um ein Benefizkonzert handelte, kam der Erlös einem guten Zweck zugute. Gesammelt wurde für die "Baraa Primary School" Arusha in Tansania. Die Tochter von Klaus Götzelmann, Christina, hatte im Rahmen ihres Sonderpädagogikstudiums hier einige Wochen verbracht und berichtete von der dortigen Kinderarmut. An Spenden kamen an diesem Abend rund 1300 Euro zusammen, die für die dortigen Kinder verwendet werden.

Nach dem Vortrag wurden von der Panflötengruppe weitere Weisen gespielt, bis sich die Musiker dann mit dem "Möge die Straße uns zusammenführen" verabschiedeten. Hierbei sang auch das Publikum noch einmal mit. Groß war der Applaus am Ende des Konzerts, lautstark wurde eine Zugabe gefordert, die auch gerne gewährt wurde. Beim "Halleluja" zeigte die Gruppe "CumPan" noch einmal, mit wie viel Gefühl die Panflöte gespielt werden kann, bevor das wunderbare Konzert dann langsam ausklang.