Die restaurierte Grabplatte des Bischofs Friedrich Philipp von Abert hat ein neues Domizil gefunden. Ab jetzt ist sie im Kreuzgang des Augustiner-Konvents St. Michael in Münnerstadt zu sehen, wo sie in einem feierlichen Akt geweiht wurde. "Schon fünf Jahre ist es her, da entdeckte der Kreisheimatpfleger Werner Eberth das Modell der Grabplatte des Bischofs Friedrich Philipp von Abert in der Stadtscheune", erklärte Sabine Scheuble vom Altstadtverein Münnerstadt.


Bedeutende Persönlichkeit

Dieser trug den Wunsch weiter, dass die verstaubte Grabplatte doch renoviert werden sollte, und so begab man sich auf eine interessante, historische Reise zur Frage, wer dieser von Abert denn überhaupt war. "Herr Guhling unterstütze uns mit dem Büchlein von Dr. Ernst-Günther Krenig, welches die Museumsfreunde 1982 herausgaben. In diesem wird anschaulich geschildert, warum Friedrich Abert für Münnerstadt eine Persönlichkeit ist, deren Andenken gewahrt werden müsse", so Scheuble weiter.
Der Vater von Friedrich war Küster in Münnerstadt, wohnte in der Riemenschneiderstraße und hatte sieben Söhne, von denen unter anderem Friedrich Abert studierte. Dieser wurde 1852 geboren und ging ins hiesige Gymnasium, machte mit 18 Jahren sein Abitur mit 1,0 und begann ein Theologie-Studium in Passau. 1875 wurde er zum Priester geweiht, es folgten Kaplansstellen in Oberschwarzach, Wiesentheid und Bad Kissingen. 1882 wurde er zum Doktor der Theologie mit einem "summa cum laude" promoviert. Nach weiteren Stationen wurde er schließlich Rektor der Würzburger Universität, seine höchsten Weihen erhielt er als Erzbischof von Bamberg, wo ihm dann auch das "von" verliehen wurde. Mit 60 Jahren verstarb er nach langer Krankheit und wurde in Bamberg begraben.
Die vorliegende Grabplatte wurde nach dem Wiederauffinden von Diplom-Restaurator Stefan Lochner wiederhergestellt. Um Geld für dieses Projekt zusammenzubekommen, wurde in der "Alten Aula" ein Weihnachtskonzert mit den Musikern Barbara Moritz und Matthias Klink veranstaltet. Jetzt steht die Grabplatte sicher im Kreuzgang und eine Informationstafel gibt Hintergrundinformationen über das Leben dieses großen Münnerstädters. "Viele haben dazu beigetragen, das Alte zu bewahren getreu dem Motto: "Gemeinsam Denkmale erhalten", so Scheuble.
"Das hier ist wirklich wunderschön geworden", pflichtete Bürgermeister Helmut Blank bei. Viele Vereine hätten hier Hand in Hand zusammengearbeitet, was ihn sehr stolz mache. Generalvikar Msgr. Georg Kestel vom Erzbistum Bamberg meinte, dass gerade in den heutigen schnelllebigen Zeiten die Erinnerung an die Vergangenheit wichtig sei: "Heute ist ein Anlass, dankbar und glücklich zu sein" erklärte er. Pater Dr. Gregor Hohmann, der die Grabplatte im Rahmen der Feierlichkeit weihte, bestätigte, dass Abert viel mit den Augustinern zu tun hatte, welche sicherlich auch sein Verhältnis zur Spiritualität entscheidend geprägt hatten. Schließlich hatte er als Schüler Kontakt zu den Augustinern, was sich in späteren Lebensjahren fortsetzte - war doch auch sein Bruder, Pater Alfons, ein Augustiner, zu dem er zeitlebens oft Kontakt hatte. "Und da war es klar: die Grabplatte gehört einfach ins Augustinerkloster", so Hohmann. Martin Pfeuffer, Regionalleiter der Carl von Heß´schen Sozialstiftung sagte, dass man sich geehrt fühle, die Grabplatte jetzt hier in den Räumlichkeiten zu haben.
Der feierliche Akt wurde von klassischen Lieder umrahmt, die Barbara Moritz und Matthias Klink gefühlvoll zu interpretieren wussten.