Manchmal ist es kurios. Am gleichen Tag, an dem Peter Wohlfeil seinen Dienst als Überwacher des ruhenden Verkehrs antrat, war die Überwachung des fließenden Verkehrs Thema im Stadtrat. Während das Gremium beschlossen hatte, den ruhenden Verkehr von einer Firma überwachen zu lassen, stimmte der Stadtrat nun einstimmig dafür, vorerst keine Angebote von Drittanbietern einzuholen. Stattdessen setzen die Kommunalpolitiker auf mobile Geschwindigkeitsmessgeräte, noch heuer werden vier bis fünf davon angeschafft, im nächsten Jahr die nächsten. Bürgermeister Michael Kastl (CSU) warnte bei der Sitzung vor den Konsequenzen die bei der Vergabe der Überwachung an Drittanbieter auf die Stadt zukommen.

Der Bürgermeister erinnerte an den zwei Jahre alten Antrag aus Windheim, bei dem verschiedene Punkte zum fließenden Verkehr angesprochen wurden. "Die Raser gibt es", sagte er. Die Polizei habe ihre eigene Vorgehensweise. Die Kommune selbst könne Geschwindigkeitsüberschreitungen nicht sanktionieren, dafür müsse sie sich einen Partner suchen. Dann aber, so Michael Kastl, müsse die Stadt den Bereich komplett übernehmen, nicht nur Geldbußen einfordern, sondern auch andere Konsequenzen durchsetzen, die zu schnelles Fahren mit sich bringen kann. Das binde Geld und erfordere einen hohen Aufwand.

Sein Vorschlag: Die Stadt schafft sich Geschwindigkeitstafeln an, so wie es auf Anregung der Grünen bereits im Haushalt steht. Wenn diese richtig aufgestellt seien, halten sich die Autofahrer auch an die Vorgaben, ist der Bürgermeister überzeugt. Es habe schon Gespräche zwischen Marina Härder vom Ordnungsamt der Stadt und Matthias Kleren von der Kreisverkehrswacht gegeben. Dabei ging es um eine Bezuschussung der Geräte. 10 000 Euro sind heuer für den Kauf im Haushalt eingestellt, im nächsten Jahr soll es noch einmal so viel sein. Michael Kastl verwies in diesem Zusammenhang auf das große Stadtgebiet.

Arno Schlembach (CSU) ging noch einmal auf den Antrag aus Windheim und die Auswertung der Messung ein. Etwa 300 Autos fahren dort durchschnittlich pro Tag durch die Hauptstraße. "Die fahren bei uns in der Stunde", sagte der Großwenkheimer und unterstrich, dass die Geräte für das gesamte Stadtgebiet gekauft werden und nicht nur für Windheim. Nach seiner Meinung dürften die Geräte aber nicht dauerhaft an einer Stelle bleiben, man müsse sie immer mal wieder wegnehmen, so Arno Schlembach.

Auch Verkehrsreferent Fabian Nöth (Neue Wege) stand dem Kauf neuer mobiler Messgeräte positiv gegenüber. Er werde den Beschlussvorschlag mittragen, sagte Johannes Wolf (Grüne). Er fand aber, dass man in einem Jahr noch einmal über das Thema der externen Verkehrsüberwachung diskutieren sollte, wenn die Messungen ausgewertet sind. Nur weil man Ärger an die Backe bekommt, sollte man das nicht ausschließen, sagt er.

"Ärger habe ich auch so", sagte der Bürgermeister. Um Ärger aber solle es nicht gehen. Er gab zu Bedenken, dass dann auch Führerscheinentzugsverfahren ins Aufgabengebiet der Stadt fallen. In Windheim, wo tatsächlich zu schnell gefahren werde, habe es an diesem Tag eine Verkehrsschau gegeben. Dort habe der Stadtrat eine Lösung mit einem mobilen Geschwindigkeitsmessgerät gefunden, mit der auch die Anlieger zufrieden seien. Klaus Schebler (Neue Wege) erinnerte daran, dass dieser Antrag nicht von ihm, sondern den Windheimer Bürgern gekommen war. Der Beschluss, keine Gespräche mit Drittanbietern zu führen und die Verwaltung zu beauftragen, das verfügbare Budget für neue Messgeräte auszuschöpfen, erfolgte einstimmig.