Neun Bau- und Änderungsanträge lagen ohnehin schon vor, drei weitere nahmen die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses kurzfristig auf die Tagesordnung. In mehreren Fällen nahmen die Ausschussmitglieder lediglich Kenntnis von geplanten Neubauten, in anderen Fällen waren Befreiungen vom Bebauungsplan nötig, weil die Bauvorhaben erheblich von den Festlegungen abwichen.

Er könne es zwar nicht festlegen, sagte Bürgermeister Michael Kastl (CSU) zu Beginn der Sitzung, er bat aber darum, dass alle Anwesenden FFP-2 Masken tragen. Das gewährleiste noch mehr Sicherheit. Dem kamen auch alle nach. Gleich zu Beginn ging es um einen Neubau eines Einfamilienhauses im Baugebiet "Lohe II" in Reichenbach.Davon sollten die Ausschussmitglieder lediglich Kenntnis nehmen, weil das Gebäude im so genannten Genehmigungsfreistellungsverfahren errichtet wird. Er halte es für wichtig, dass die Stadträte trotzdem davon in Kenntnis gesetzt werden, damit sie wissen, was in den Baugebieten passiert, meinte Michael Kastl.

Früher waren die Vorgaben in den Bebauungsplänen sehr streng, alles war geregelt, beispielsweise die Anzahl der Stockwerke, die Farbe der Dachziegel, die Dachneigung oder die Kniestockhöhe. Es sollte ein möglichst einheitliches Bild entstehen. Bei der geringsten Abweichungen hatte der Bauausschuss den Antrag auf dem Tisch, musste sein gemeindliches Einvernehmen zum Vorhaben und den damit verbundenen Befreiungen vom Bebauungsplan erteilen. In den neuen Baugebieten haben die Bauwilligen einen großen Spielraum. Weil so kaum noch jemand eine Befreiung braucht, würden die Stadträte kaum noch mitbekommen, wo gebaut wird, erläuterte Bürgermeister Michael Kastl gegenüber unserer Zeitung. Deshalb nimmt der Ausschuss davon Kenntnis, was er im Falle der Vorlage aus Reichenbach auch einstimmig tat.

Das krasse Gegenteil war ein Bauantrag aus Windheim, wo erhebliche Befreiungen vom Bebauungsplan notwendig waren unter anderem liegt die Kniestockhöhe bei 1,75 Meter, erlaubt sind lediglich 0,25 Meter. Michael Kastl fand es schön, dass ein lange unbebautes Grundstück nun nach einem Eigentümerwechsel bebaut wird. Normalerweise müsste man Einwände haben, vor allem wegen der Kniestockhöhe" sagte Britta Bildhauer (SPD) dazu. "Aber die Nachbarunterschriften liegen vor, das ist für mich das Wichtigste", betonte sie. Michael Kastl meinte, dass die Ausnahmen relativ zu sehen sein. In einem neuen Baugebiet wäre all das erlaubt. "Und die Nachbarunterschriften liegen vor, da kann man noch zustimmen", fand er.Drei Häuser weiter sei die Kniestockhöhe noch höher, warf Windheims Ortsreferent Klaus Schebler (Neue Wege) ein. Das sei vor vier, fünf Jahren genehmigt worden. So erhielt der Antrag einstimmig das Einvernehmen.

Dann kam noch eine Vorlage im Freistellungsverfahren für ein Haus im Baugebiet "Lohe II" in Reichenbach auf den Tisch. Das zeige, wie dringend dieses Baugebiet nötig war, meinte der Bürgermeister. Es gebe kaum eine Sitzung, in der nicht der Verkauf eines Grundstücks auf der Tagesordnung stehe . "Das ist eine große Erfolgsgeschichte".

Schließlich bekam noch ein Bauantrag im Baugebiet "An der Malbe" in Althausen das gemeindliche Einvernehmen. Der Bauwillige hatte bereits im Juli letzten Jahres eine entsprechende Voranfrage gestellt. Zwei notwendige Befreiungen vom Bebauungsplan sprachen die Stadträte aus.

Zugestimmt haben die Ausschussmitglieder unter anderem auch der Errichtung eines Carports in Seubrigshausen, dem Umbau eines Lagers zu einer Betreiberwohnung im Roth in Münnerstadt, dem Abbruch einer Scheune mit Neubau einer Garage in Reichenbach, dem Bau einer Sichtschutzwand auf der Zent in Münnerstadt sowie dem Umbau eines Wohnhauses in Seubrigshausen im Freistellungsverfahren. Auf einem Aussiedlerhof in Münnerstadt ist zudem der Bau einer Solarthermie und der Einbau eines Getreidesilos geplant, was ebenfalls Zustimmung fand.