Was kaum jemand für möglich gehalten hatte, ist inzwischen umgesetzt und zum alltäglichen Bild geworden: der Kauf und die Sanierung des Heimatspielhauses durch den Verein "Zukunft für das Heimatspielhaus". "Das Haus läuft gut, die Auslastung ist sehr gut, sagt der Vorsitzende des Vereins, Martin Kuchler. "Die Truppe, die das Haus betreut, ist auch sehr aktiv." Gleiches gelte für die Helfer des Heimatspielhauses, die allein in diesem Jahr schon 150 Stunden in den Keller des Gebäudes gesteckt haben, um unter anderem die Wasserstelle zu fassen - alles in Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege, betont der Vorsitzende. Eigentlich alles in bester Ordnung, aber es gibt zwei Dinge, die die Vorstandsmitglieder beschäftigen. "Das Haus erfordert immer, dass man sich darum kümmert." Und weitaus schwieriger: "Zum Haus gehört die Scheune", sagt Martin Kuchler. "Die Scheune hat nun etwas getan, was das Haus vor 20 Jahren gemacht hat: Sie hat um Hilfe gerufen."

Schon vor Jahren hatte es verschiedene Pläne gegeben, was man aus der Scheune machen könnte. Im Gespräch war unter anderem der Einbau eines Blockkraftwerkes, das das ganze Areal mit Energie hätte versorgen können. "Wir haben auch überlegt, Wohnungen einzubauen, aber das ist ebenfalls problematisch", sagt Martin Kuchler. "Die Scheune ist über 200 Jahre alt, das Dach ist marode und durch die vielen Eingriffe seit sie gebaut worden ist, ist auch die Struktur nicht mehr erhalten." Exemplarisch dafür stehe der Gewölbekeller. Als Architekt Eduard Knoll ihnen den Zustand erläuterte, "wollten wir schnell wieder raus", so Martin Kuchler. Nun ganz so schlimm ist es nun auch wieder nicht, aber es muss dringend etwas getan werden. In den Keller werden wohl Stützen eingezogen. "Der Aufwand wäre viel zu groß, wenn man ihn sanieren würde", sagt Romas Jonas dazu.

Architekt Eduard Knoll, den der Verein schon bei der Sanierung des Heimatspielhauses ins Boot geholt hatte, hat nun die vorbereitenden Untersuchungen durchgeführt. "Wir sind dankbar, dass das Landesamt für Denkmalpflege, de Regierung von Unterfranken, der Bezirk Unterfranken und die Stadt Münnerstadt die Kosten dafür komplett übernommen haben", sagt Martin Kuchler. Die Ergebnisse der Voruntersuchung wird Eduard Knoll bei der Jahreshauptversammlung am Donnerstag, 21. Juni, ab 19 Uhr im Heimatspielhaus vorstellen.

Natürlich gibt es auch schon ein Konzept, was aus der Scheune werden soll: eine kleine Kulturscheune. So, wie jetzt schon die Räume im Obergeschoss des Heimatspielhauses, sollen die Scheune für Ausstellungen, Familienfeiern oder oder Parties und natürlich für Veranstaltungen von Vereinen genutzt werden können. Dazu steht, zumindest in den warmen Monaten noch der Hof zur Verfügung. Der sei bei den letzten Veranstaltungen öfter mitgenutzt worden, sagt Christine Schikora. "Beispielsweise für einen Sektempfang. Das ist eine schöne Ergänzung", findet sie.

Im Erdgeschoss der Scheune wird eine Grundausstattung für die Bewirtung der Besucher eingebaut. Hinzu kommt eine behindertengerechte Toilette. Dazu stehen die vorhandenen Sanitäranlagen im Heimatspielhaus zur Verfügung. Vom Hof aus wird eine Treppe ins Obergeschoss der Scheune errichtet, wo weitere Räume für kleinere Kulturevents errichtet werden. Künftig haben Vereine, Institutionen oder Privatpersonen so die Möglichkeit, Räumlichkeiten ganz nach ihren Bedürfnissen zu buchen. Möglich sind Veranstaltungen in der Scheune, im Heimatspielhaus oder sogar in beiden Gebäuden, wobei der Hof auch noch genutzt werden kann. Bei Veranstaltungen in der Scheune ist der Zugang auch über den Kirchplatz möglich. Einen dauerhaften, öffentlichen Durchgang wird es dort aber nicht geben.

"Das ist das Konzept", sagt Martin Kuchler. Mit dem müssen die Verantwortlichen nun zu den potenziellen Fördermittelgebern gehen, also zum Landesamt für Denkmalpflege, zur Regierung von Unterfranken, zum Bezirk Unterfranken und zur Stadt Münnerstadt. "Der Verein hofft, dass die Deutsche Stiftung Denkmalschutz den Eigenanteil des Vereins unterstützt", drückt Martin Kuchler seine Zuversicht aus. Denn der Eigenanteil dürfte bei rund 600 000 Euro Gesamtkosten nicht unerheblich sein. Und auch die Eigenleistung wird wieder gefragt sein. "Wir freuen uns über jede Unterstützung."