Die Rannunger Gemeinderäte wurden in der jüngsten Sitzung über eine Projektanfrage zur Errichtung einer Freiflächenphotovoltaikanlage informiert und haben diese nach Beratung abgelehnt. Die Anlage sollte von der Firma Enerparc entlang der A 71 errichtet werden.
Laut Christian Backert von Enerparc habe man mit Eigentümern in diesem Bereich bereits im Dezember Gespräche geführt. "Die Resonanz war dabei sehr positiv", sagte Backert. Der nächste Schritt wäre der Abschluss der Pachtverträge. Dazu müsse man aber zuerst eine Grundsatzentscheidung darüber fällen, ob man die Photovoltaikanlage in Rannungen überhaupt wolle, um dann den Flächennutzungsplan ändern zu können. "Natürlich würden wir den Bebauungsplan in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde abstimmen", meinte der Vertreter von Enerparc. 13 Hektar würden für die Anlage, die zehn Megawatt Strom produzieren soll, benötigt. "Die Anlage muss so groß sein, um wirtschaftlich betrieben werden zu können", sagte Backert. Geplant sei, dass man zum 30. Juni 2015 ans Netz gehe. Die Firma würde Schwerlastverkehrswege auf eigene Kosten bauen und diese auch wieder zurückbauen.
Yvonne Seufert (Rannunger Bürgerliste) fragte, ob die Firma Gewerbesteuer zahlen würde. Backert sagte , dass man in Rannungen eine eigene Gesellschaft gründen würde, so dass die Gewerbesteuer zu 100 Prozent hier verbliebe. Werner Keller (Rannunger Bürgerliste) hielt es für eine große Chance, Flächen mit Photovoltaik zu erschließen. "Wir würden so die Energiewende aktiv mitgestalten", meinte er.

Verbundpflaster für Feuerwehrhof

Johannes Beck (CSU / FW) warf die Frage auf, ob der Strom für die Rannunger Bürger durch die Anlage verbilligt werden könnte. Der Sprecher der Enerparc wies darauf hin, dass dies aufgrund der gesetzlichen Vorgaben kaum zu schaffen sei. "Eine Möglichkeit der Bürgerbeteiligung wäre aber denkbar", meinte er. "Das mit den Gewerbesteuereinnahmen wird ein Traum für die Gemeinde bleiben", prognostizierte Wolfgang Röder (parteilos), "Wir können nicht immer nur Nein sagen", konterte Werner Keller und wies darauf hin, dass auf jeden Fall die Netzleitungsgebühren für die Gemeinde abfielen. In der Abstimmung votierten vier grundsätzlich für die Errichtung einer Freiflächenphotovoltaikanlage, neun dagegen.
Die Neugestaltung des Feuerwehrhofes war ein weiteres Thema in der Sitzung. Der Hof soll gepflastert werden, und zwar mit einem Verbundpflaster. Dabei wird der Unterbau erneuert. Das günstigste Angebot hatte die Firma Hesler aus Hohenroth abgegeben: 48 000 Euro. "Die Feuerwehrleute können hier außerdem Eigenleistung erbringen", betonte Bürgermeister Fridolin Zehner (CSU/ FW).
Vom Gemeinderat wurde angeregt, ein wenig Grün in den Feuerwehrhof zu bekommen. "Es wäre möglich, dass die Firma ein Pflanzloch vorbereitet", sagte Zehne. Werner Keller plädierte dafür, den Platz nach den Richtlinien der Dorferneuerung herzustellen. Zwölf Räte votierten für die Auftragsvergabe an die Firma Hesler, einer war dagegen. Laut Zehner könne die Firma Ende Januar mit den Arbeiten beginnen, wenn das Wetter mitspielt.

Konzept für das Wegenetz

Der Planentwurf für das gemeindeübergreifende Kernwirtschaftswegenetzkonzept der Allianz Schweinfurter Oberland wurde im Rannunger Gemeinderat vorgestellt und beraten. Laut Bürgermeister Fridolin Zehner (CSU/ FW) gehe es darum, Verbindungswege zu schaffen, die rund 3,5 Meter breit und befestigt sind und auch über Bankette und Seitengräben verfügen, die die Wege insgesamt fünf Meter breit machen. "Die Wege können dabei auch als Freizeitwege genutzt werden", meinte Zehner, ebenso könne man über sie den landwirtschaftlichen Verkehr leiten.
Nachdem die Gemeinde den Unterhalt tragen müsse, plädierte Harald Leurer (CSU/ FW) dafür, dass man nicht gebrauchte Wege aus dem Konzept herausnehmen solle. Darüber könne man gleich in der Sitzung entscheiden. Auch Werner Keller (Rannunger Bürgerliste) stimmte zu, dass man sich auf ein paar wenige Wege konzentrieren solle: "Dabei muss sowohl den Anforderungen der Landwirtschaft als auch denen der Wanderer- und Radfahrer Rechnung getragen werden".

Es gibt Zuschüsse

Harald Klopf (Rannunger Bürgerliste) kritisierte, dass man über die Gesamtkilometerzahl des Wegenetzekonzepts noch keine Informationen erhalten habe. Zuerst müsse man die Wege festlegen, in einem zweiten Schritt müsse dann berechnet werden, was die Herrichtung der Wege koste, sagte Zehner.
Beim Wegebau werden laut Zehner 60 Prozent der Kosten als Zuschuss gewährt, bei der Planung 80 Prozent. Nachdem auch Werner Keller dafür votiert hatte, das Wegekonzept gleich zu besprechen, wurden einige der dort vorgesehenen Wege aus dem Konzept genommen. Zwölf votierten für dieses vom Gemeinderat festgelegte neue Wegenetzkonzept, einer war dagegen.
Jetzt werde man einen Termin mit den Jagdgenossen und dem Bauernverband ausmachen, um dieses Konzept zu besprechen, sagte Bürgermeister Zehner.