Die drei Häuser, die im Maitalwg vor einigen Jahren gebaut worden sind, werden die letzten in diesem Areal sein. Eine Erweiterung wird es nicht geben. Die wäre laut Bürgermeister Michael Kastl ohnehin nur unter extremen Auflagen genehmigt worden, wenn überhaupt. Nachdem sich die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses die Gegebenheiten vor Ort angesehen und die Fraktionen ein paar Wochen Zeit hatten, über das Thema zu beraten, folgte jetzt der Beschluss im Stadtrat. Und der fiel einstimmig gegen eine Erweiterung im Maital.

Erhebliche Bedenken

Schon bei der Ausweitung des Gebiets um die drei Häuser haben einige Behörden und Träger öffentlicher Belange, die in solchen Fällen immer befragt werden müssen, nur zähneknirschend zugestimmt, erinnerte der Bürgermeister im Sitzungssaal. Bei einer Erweiterung wären Biotope betroffen, für die große Ausgleichsflächen geschaffen werden müssten.

Leitungen reichen nicht aus

Bei der Besichtigung vor Ort durch die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses hatte es bereits viele kritische Stimmen gegeben. Denn die in Frage kommenden Flächen sind nicht im Eigentum der Stadt und die vorhandenen Versorgungsleitungen im vorderen Bereich reichen nicht aus, wenn im hinteren Bereich zusätzliche Gebäude entstehen.

Was Bürgermeister Michael Kastl bei der Besichtigung besonders gefallen hat, wiederholte er jetzt noch einmal im Stadtrat: Auf die Frage, ob es denn Alternativen zu dem Baugebiet gibt, hatten mehrere Stadträte unisono erklärt: "Innen statt außen".

Inzwischen sei Münnerstadt ja auch in das Förderprogramm "Landstadt Bayern" mit dem Bötz-Gelände aufgenommen worden, so der Bürgermeister. Dort sollen die alten Treibhäuser abgerissen und neben einer teilweisen Renaturierung eine attraktive Wohnbebauung entstehen. "Ich schlage vor, wir verfolgen das Baugebiet Maital nicht weiter", so der Bürgermeister. Wenn das klar sei, könne auch die Verwaltung beauftragt werden die Erschließung zu beenden. Denn die Straße bei den zuletzt gebauten Häuser im Maital ist noch immer nicht befestigt. Dann könnten auch die Bewohner die Arbeiten an ihren Grundstücken abschließen. "Das wäre mein Vorschlag", sagte Michael Kastl. Und zu dem gab es keinerlei Diskussionsbedarf.

Noch eine Möglichkeit

Damit ist das Maital endgültig raus. Bei seinen Überlegungen, wo man eventuell noch ein Baugebiet erschließen könnte, hatte Matthias Kirchner vom Planungsbüro Bautechnik Kirchner neben dem Maital ein Areal oberhalb der Bebauung am Strahlunger Weg (Zent) ins Spiel gebracht. Allerdings stellte sich heraus, dass dort besonders die Ableitung des Abwassers und des Oberflächenwassers schwierig wird. Weil ohnehin Sanierungsarbeiten an der Kanalisation auf der Zent anstehen und der Zeltplatz des Landkreises an das Netz angeschlossen werden soll, wird Hans-Ulrich Hoßfeld vom Büro Ingenieurbüro Hoßfeld & Fischer bei seinen Berechnungen ein mögliches Baugebiet mit einließen lassen. Er hatte allerdings schon vor einem knappen Jahr Bedenken geäußert und nachgefragt, ob das Baugebiet wirklich zwingend notwendig sei. Eine mögliche Lösung wäre, wenn Oberflächenwasser und Schmutzwasser nicht getrennt werden müsste, allerdings ist dies heute Vorschrift. Ein neues Baugebiet auf der Zent ist also ebenfalls sehr fraglich.