Einen Beratungsgutschein der Rid-Stiftung in Höhe von 15 000 Euro haben Arno Reuscher und Oliver Schikora vom Gewerbeverein "Kaufhaus" Mürscht bei der Jahrestagung des Handelsverbandes Bayern in Weiden/Oberpfalz erhalten. Für zwei Jahre erhält der Gewerbeverein nun Betreuung durch ausgewiesene Experten. Das Projekt "Innenstadt-Marketingbaukasten digital und analog" hat die Juroren überzeugt. Das Ziel: Die noch bestehende Produktvielfalt des Einzelhandels soll auf verschiedenen Kanälen präsentiert werden, um die Kunden bedarfs- und altersgerecht anzusprechen. Der Marketing- Baukasten soll zielgruppengerechte Maßnahmen und Instrumente enthalten, die individuell auf die bezogene Gruppe ausgewählt werden können.

Die Welt hat sich verändert. "Es gibt Studien, warum Waren im Internet bestellt werden", sagt Arno Reuscher. Mit Abstand der wichtigste Punkt: Bequemlichkeit. Und: "Wenn dein Geschäft nicht sofort auf google auftaucht, wirst du nicht wahrgenommen. Selbst wenn die Leute vor dem Laden stehen." Deshalb müsse sich ein Geschäftsinhaber fragen, wie er besser wahrgenommen wird. "Digital und analog - am besten miteinander vernetzt." Die Menschen bewegen sich heute in digitalen Raum, gehen im Internet spazieren, meint Arno Reuscher. Nun müsse sich der Gewerbeverein fragen, wie er die Frequenz in der Stadt erhöhen kann. Denn: "Wir brauchen mehr Menschen in der Stadt." Dafür bekommen sie jetzt professionelle Unterstützung.

Diese spezielle Förderung durch die Rid-Stiftung gibt es nur in Bayern, sagen Arno Reuscher und Oliver Schikora. Anlässlich ihres 30-jährigen Bestehens hatte die Rid-Stiftung drei Preise ausgelobt. Die drei ausgewählten Werbegemeinschaften erhalten nun Beratung durch die CIMA, eine Stadtmarketing-Beratungsfirma. "Das Projekt muss einen Pilotcharakter haben und bayernweit übertragbar sein. Was wir entwickeln, wird anderen Kommunen zugute kommen", sagen die beiden.

Ihren "Innenstadt-Marketingbaukasten digital und analog" erklären sie so: Es gehe erst einmal darum, Marketing-Maßnahmen zu sammeln und zu listen. Was kann ich machen, welche Zielgruppen habe ich? Arno Reuscher nennt als Beispiel die Senioren und die Kinder. Der Gewerbeverein müsse sich fragen, was er tun kann, um Kinder in die Stadt zu bringen. Ein positives Beispiel sei da das jährliche Weihnachtsgewinnspiel. "Wir müssen im Prinzip alle Marketing-Maßnahmen sammeln und einen Katalog daraus entwickeln." Dazu gehöre auch, welche Veranstaltung sich an welche Zielgruppe richtet. Oder die Senioren: Ein Sanitätshaus, eine Drogerie, Apotheken, Ärzte - es ist alles da. Aber wie bringt man sie noch mehr in die Innenstadt? Auf Facebook Werbung zu schalten, mache da natürlich wenig Sinn. Diesen Baustein aus dem Baukasten brauchen sie nicht herauszuholen. Ein Bestellservice auf Basis des Kaufhaus-Prinzipes würde aber sicher gut ankommen. Soll heißen, Bestellungen können quer durch verschiedene Geschäfte aufgegeben werden und werden dann geliefert.

Egal, welche Zielgruppe: Der Gewerbeverein braucht digitale oder analoge Bausteine, um die Leute in die Innenstadt zu bekommen. "Damit sie überhaupt sehen, was da ist." Die Beratungsfirma wird den Gewerbeverein bei der Zielgruppenanalyse unterstützen. "Die haben Erfahrungen aus ganz Deutschland."

Das Ganze soll auch Hand in Hand mit der Stadt Münnerstadt gehen. "Das eigentliche Stadtmarketing ist viel komplexer, wir sind nur ein Teil davon." Deshalb will der Gewerbeverein eng mit den neuen Mitarbeitern für Stadtmarketing und Kulturmanagement bei der Stadtverwaltung zusammenarbeiten.