Ein kleines Schild weist darauf hin, dass hier Bienen fliegen. Viele Bienen. Sie pendeln zwischen dem alten Imkerhaus der Augustiner und einer Bienenweide hin und her. Noch ist es ein Volk, aber bald werden es zwei sein. Der Vorsitzende des Imkervereins Münnerstadt und Umgebung, Dieter Schölzke, überlegt, eine eigene Honigsorte zu vermarkten. Ob der nun Altstadthonig oder Novizengartenhonig heißen wird - das steht noch nicht fest. "Ein Teil des Erlöses ist dann für den Kindergarten", sagt er. Denn die Kleinen sind mit Begeisterung bei der Sache.

"Wir hatten schon lange den Wunsch, das alte Bienenhaus der Augustiner wiederzubeleben", sagt Sabine Scheuble, die zusammen mi Hans Petsch und weitern Helfern den Novizengarten seit Jahren pflegt. So haben sie sich erst einmal an Dieter Schölzke gewandt. "Er war gleich begeistert", erinnert sich Sabine Scheuble. Weil sich der Kindergarten in unmittelbarer Nachbarschaft befindet und die Kleinen auch oft den Novizengarten besuchen, sollte die Kinder mit ins Boot geholt werden. Und das gelang. Es wurde ein Jahresprogramm erstellt. "Damit die Kinder erfahren, wie wichtig die Bienen sind", sagt sie und Klaus Schebler ergänzt: "Auch für die Menschen." Der Jugend- und Umweltreferent (Neue Wege) kam ins Spiel, als die Akteure nach Sponsoren für Schutzbekleidungen für die Kinder suchten. "Ich habe da aus meinem Budget etwas beigesteuert", sagt er. Der bekennende Bienenfreund hat überall im Stadtgebiet Bienenweiden ansäen lassen, unter anderem in der äußeren Lache, die sich in unmittelbarere Nähe zum Novizengarten befindet.

In diesem Jahr nun hat Klaus Schebler den Freunden des Novizengartens Samen für eine eigene kleine Bienenweide zur Verfügung gestellt, der von den Kindergartenkindern ausgesät wurde. Bei ihrem jüngsten Besuch staunten sie, wie schnell die Blumen gewachsen sind. "Die Kinder sind schon fit", findet Jan Barnickel vom Münnerstädter Imkerverein. Das liege auch daran, dass manch Großvater der Kinder selbst ein Imker ist. "Der Kindergarten ist sehr engagiert", sagte er. Diesmal hatte er sich etwas Besonderes für die Kleinen ausgedacht. Sie durften zunächst die Königin im Bienenstock suchen und dann - mit entsprechender Schutzkleidung ausgerüstet - frischen Honig direkt von den Waben kosten. Sabine Scheuble , die früher Leiterin des Kindergartens war, hatte zudem viele Fragen an die Kinder, die sie schon sehr gut beantworten konnten. Im Novizengarten sahen die Kleinen, wie aus den von den Bienen bestäubten Blüten auch schon kleine Früchte geworden sind.

"Das Projekt läuft vom Frühjahr bis zum Herbst, sagte Marion Heidenreich, Erzieherin im Münnerstädter Kindergarten. Geplant ist unter anderem eine Wanderung zum Bienenlehrstand auf dem Michelsberg. Die Kinder, so bestätigt sie, seien sehr interessiert. "Sie dürfen alles einmal ausprobieren." Weil alles so gut läuft, will der Vorsitzende Dieter Schölzke das Projekt noch in diesem Jahr auf zwei Bienenstöcke ausweiten.