"Wir haben sehr viele Ausfälle im Wald, besonders durch den Borkenkäfer", sagte Bürgermeister Matthias Klement in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates, zu der er auch Försterin Hannah Severin (Forstbetriebsgemeinschaft Fränkische Rhön und Grabfeld) begrüßte.

Diese machte deutlich, dass der viele Sonnenschein in den beiden vergangenen Sommern der Kiefer, der Buche und insbesondere der Fichte stark geschadet habe. Durch dieses deutschlandweite Problem liege der Holzmarkt am Boden, das Holz sei nichts mehr wert. Wegen des Borkenkäfers mussten 2017 nur 60 Festmeter Holz geschlagen werden, 2018 waren es 540, 2019 schon 1410 und dieses Jahr bereits 994 Festmeter. Nun sollten 3,7 Hektar Flächen mit 15 650 Pflanzen wieder aufgeforstet werden.

Gesamtkosten bei 56.500 Euro

Hannah Severin nannte die heimischen Baumarten Stiel-, Trauben- und Flaumeiche, Speierling, Rotbuche, Winter- und Sommerlinde sowie die exotischen Arten Große Küstentanne, Kalabrische Weißtanne und Libanonzeder. Sie kalkulierte die Gesamtkosten für die Pflanzen, die Pflanzarbeiten, die Vorbereitung der Pflanzflächen, den Zaunbau, die Markierungsstäbe und die Wuchshüllen und -gitter auf 56.500 Euro. Die Gemeinde bekommt allerdings einen Zuschuss vom Freistaat. Der Marktgemeinderat stimmte den Ausgaben für die vorgesehene Herbstbepflanzung einstimmig zu.

Die Freiwillige Feuerwehr Poppenlauer darf ihren vorhandenen Verkehrsabsicherungsanhänger (VSA) nun einsetzen. Der Marktgemeinderat votierte einstimmig dafür. Über den Standard dieses Anhängers hatte es heftige Diskussionen gegeben. Dominik Blümlein, der Kommandant der Feuerwehr Poppenlauer, hatte den Anhänger besorgt, der dann von Mitgliedern der Feuerwehr umgebaut und ausgerüstet worden war. Er betonte: "Poppenlauer ist die örtlich zuständige Feuerwehr für di Autobahn." Der Wagen sei umso nötiger, da die Autobahn dort ziemlich schmal sei. Der Anhänger müsse bei Einsätzen immer mit auf die Autobahn. Er müsse immer mindestens 200 Meter vor einem Unfall aufgestellt werden, um Autofahrer zu warnen. Der VSA dürfe nach den neuesten Vorschriften auch mit dem Mannschafts-Transportwagen gezogen werden.

Antrag der Caritas

Der Caritasverband stellte wie jedes Jahr einen Antrag auf Förderung seiner Arbeit und bat um einen Zuschuss in Höhe von 50 Cent je Einwohner, das wären 2167 Euro gewesen. Wie jedes Jahr schlug die Verwaltung einen Zuschuss von 1000 Euro vor und wie immer entgegnete Diethard Dittmar, dass im Ort die Diakonie tätig sei und die Arbeit der Caritas in der Marktgemeinde über die Kreisumlage finanziert werde. Er lehnte als einziger den Zuschuss ab.

Die Gebührensatzung für den Kindergarten wurde geändert. Wenn der Kindergarten geschlossen werden muss (zum Beispiel wegen Corona), dann können bereits gezahlte Beiträge erst ab einer Schließung von mehr als einem Monat zurückerstattet werden. Ein weitergehender Schadensersatzanspruch ist ausgeschlossen. Dieser Satz wird in die neuen Betreuungsverträge mit aufgenommen.

Diskussion um Stromkasten

Eine längere Diskussion gab es wegen eines Antrags, vor einem Grundstück einen Stromkasten um etwa drei Meter zu versetzen, da er die Garagenzufahrt stört. Der Marktgemeinderat hatte sich kürzlich schon mit diesem Antrag beschäftigt. "Im Zuge der Beratungen zu diesem Punkt wurde von einem Marktgemeinderat der Einwand vorgebracht, dass dieses Thema bereits schon einmal im Marktgemeinderat behandelt worden war. Damals wurde der Antrag abgelehnt", hieß es in der aktuellen Beschlussvorlage. Ob der Antragsteller damals, im Jahr 2006, einen ablehnenden Bescheid erhalten hatte, habe nicht abschließend geklärt werden können. "Wie bereits in der vorletzten Sitzung wird dem Marktgemeinderat vorgeschlagen, aus Gleichbehandlungsgründen dem Antrag zuzustimmen", hieß es weiter in der Beschlussvorlage. Mit derartigen Anträgen hatte sich das Gremium schon einige Male beschäftigt. Wolfgang Dünisch (WGP) meinte, Antragsteller könnten die Hälfte der Kosten übernehmen. "Dann tun sich Antragsteller etwas schwerer, überhaupt solche Anträge zu stellen", ergänzte Achim Bieber (BBP). Zwölf Marktgemeinderäte stimmten dafür, dass die Kommune die 2500 Euro Kosten für das Versetzen des Stromkastens voll übernimmt, drei sprachen sich dagegen aus.