"Wir sind sorgfältig mit den Haushaltsmitteln umgegangen, so dass das Freilandmuseum Fladungen, wenn man die Rücklagen dazu nimmt, schuldenfrei ist." Dieses Fazit zog Rhön-Grabfeld-Landrat Thomas Habermann bei der Versammlung des Zweckverbandes Fränkisches Freilandmuseum in Fladungen. Nach zwei Jahren geht der Vorsitz nun im Wechsel von ihm an Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel.

Letztendlich war dies auch ein dickes Lob an Andreas Polst, Leiter des Finanzreferates des Bezirks Unterfranken, sowie Helmut Kleinschroth. Nach zehn fetten Jahren müsse man sich nun wohl auf magere Jahre einstellen. Insgesamt könne jedoch von einer "gesunden Einrichtung" gesprochen werden.

Ein Drittel weniger Besucher

In seinem Bericht zur Geschäftsleitung verwies Andreas Polz auf die verkürzte Öffnungszeit vom 11. Mai bis 1. November und darauf, dass die Museumsbahn aufgrund von Corona nicht in Betrieb genommen werden konnte. Dennoch zählte das Museum in der Saison 2020 insgesamt 37 803 Besucher, gegenüber dem Vorjahr ein Drittel geringer. Dies wirkte sich unter anderem auf die Eintrittsgelder (Minus 122 000 Euro), auf den Museumsshop (Minus 19 000 Euro) und die Museumsbahn (Minus 60 000 Euro) aus. Positiv dagegen die Einsparung im Personalbereich mit insgesamt 90 000 Euro, unter anderem durch fehlende Veranstaltungen oder Führungen im Museum. Letztendlich habe man damit eine "schwarze Null" erreicht, und der Haushalt konnte ausgeglichen werden. Die Rücklagen betragen 284 672 Euro.

Zum Jahr 2021 nannte Andreas Polz den Verwaltungshaushalt mit 2 025 000 Euro und den Vermögenshaushalt mit 195 900 Euro. Größter Posten im Vermögenshaushalt sind die Personalausgaben mit rund einer Million Euro (Plus 4,9 Prozent) und die Museumsbahn mit 321 200 Euro. Der Schuldenstand beläuft sich zum 31.12.2020 auf 275 500 Euro und soll sich 2021 auf 209 652 Euro reduzieren. Dies beinhaltet drei noch laufende Darlehen. Sinnvoll nannte Andreas Polz eine Umlageerhöhung mit 9,4 Prozent, wobei 80 Prozent auf den Bezirk Unterfranken, 19 Prozent den Landkreis Rhön-Grabfeld und ein Prozent auf die Stadt Fladungen entfallen.

Hoffen auf Bahnbetrieb

Im Jahr 2021 hofft man auf einen, wenn auch eingeschränkten, Bahnbetrieb unter Coronabedingungen, was die Mitfahrenden betrifft. Dazu wird ein Hygienekonzept erarbeitet. Insgesamt liegen, wie Andreas Polz sagte, "angemessene Handlungsräume für die Museumsleitung vor."

Informationen gab es vom Planungsbüro Wirth aus Kitzingen. Landschaftsarchitekt Thomas Wirth informierte über die Möglichkeiten zur Neugestaltung des Parkplatzes und des Außenbereich im Freilandmuseum Fladungen. Zweckverbandsvorsitzender Landrat Thomas Habermann hatte eingangs darauf verwiesen, dass ein Parkplatz und der Außenbereich eines Museums immer auch das Aushängeschild sei. Deshalb habe man eine Neugestaltung des Parkplatzes mit Außen- und Eingangsbereich angeschoben.

Thomas Wirth hatte festgestellt, dass der Unterbau des Parkplatzes in Fladungen noch in Ordnung sei, aber eine Überprüfung vorgenommen werden sollte. Wichtig sind ihm Informationssysteme, um für die Fußgänger und Bahnreisenden die Orientierung klar zu machen. Eingeplant hat der Landschaftsarchitekt außerdem überdachte Fahrradplätze und weitere Überlegungen zur Umgestaltung des Kioskbereichs vorgeschlagen. Die Kosten bezifferte er auf 1,5 Millionen Euro bei einer Fläche von rund 7000 Quadratmetern.

Keine "Blechlawine"

Zu den Unterstellmöglichkeiten für Fahrräder gab Habermann zu bedenken, dass Besitzer gerne Blickkontakt zu ihren Rädern hätten, da es sich oft um teuere Räder handelt. Auf die Möglichkeit von Aufladestationen für E-Bikes verwies Klara May und Thomas Fischer brachte Stellplätze für Wohnmobile in die Diskussion. Das sollte mit der Stadt Fladungen besprochen werden, entgegnete Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel, schließlich sei dies auch für die Stadt von Vorteil.

Fladungens Bürgermeister Michael Schnupp sprach einen vorhandenen Campingplatz an, der neu gestaltet werden könnte. Wichtig seien genügend Parkplätze für die Museumsbesucher. Das Thema Wohnmobile sollte man im Hinterkopf behalten, sagte Zweckverbandsvorsitzender Habermann. Karin Renner bat daran zu denken, dass vor dem Museum keine "Blechlawine" entsteht und genügend Platz, vor allem im Eingangsbereich für die Besucher vorhanden ist. Elke Basil erwähnte die E-Bikes. In der Rhön gebe es Steigungen, die Energie kosten, weshalb eine Ladestation im Bereich der Fahrradunterstellhallen sinnvoll sei.

Sonderausstellung in neuen Jahr

Museumsleiterin Ariane Weidlich sprach noch das Sonderausstellungsprojekt der Arbeitsgemeinschaft Süddeutsche Freilichtmuseen an. Thema sei "Das Tier und wir". Da im kommenden Jahr das Freilandmuseum Fladungen der Auftaktort ist, sollten entsprechende finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Die Wanderausstellung sei eine Saison lang zu sehen. Vor 20 Jahren war Fladungen mit dem Thema "Naturstein" schon einmal Gastgeber. Das sei kein Problem sagte Habermann.

Einstimmig verabschiedet wurde dann der Haushalt des Zweckverbandes 2021. Außerdem gab Helmut Kleinschroth Informationen zur örtlichen Rechnungsprüfung, die diesmal vom Landratsamt Rhön-Grabfeld in Bad Neustadt durchgeführt wurde. Hier gab es keine Beanstandungen. Genehmigt wurden die Jahresrechnungen 2017 und 2018, und der Verbandsvorsitzende für diese Jahre, das war Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel, wurde entlastet.