Manchmal ist es gar nicht so leicht, Gutes tun zu wollen. Das musste Thomas Reuß, der Chef der städtischen Musikschule, am eigenen Leib erfahren. Die Stadträtinnen Britta Bildhauer (SPD) und Rosina Eckert (Forum aktiv) hatten ihn vor sechs Wochen angesprochen und vorgeschlagen, dass er mit jungen Musikern Standkonzerte vor dem Julius-Spital und vor dem Seniorenzentrum Sankt Elisabeth gibt - natürlich mit gebührendem Abstand der Musiker voneinander und noch mehr von den Senioren.

Frühere Anfrage abgelehnt

Schließlich durften die Bewohner in der ersten Zeit der Corona-Pandemie gar keine Besucher empfangen, und auch jetzt sind die Kontaktmöglichkeiten noch ziemlich eingeschränkt. Deshalb freuen sie sich über jede Abwechslung. "Unsere Anfrage beim Landratsamt wurde seinerzeit wegen der Corona-Auflagen abgelehnt", sagt Reuß. Er hat wenig Verständnis dafür, dass größere Orchester der Bundeswehr und das Gewandhausorchester wie selbstverständlich Sondergenehmigungen bekamen und in größeren Städten vor Senioren spielen durften: "Aber hier bei uns auf dem flachen Land, mit einer minimalen Infektionsrate, wird das abgelehnt."

Doch die Vorschriften und Auflagen ändern sich fast täglich. Deshalb sind seit dem 15. Juni derartige Veranstaltungen, natürlich immer noch mit Corona-bedingten Auflagen, erlaubt. Deshalb konnte Thomas Reuß nun mit sechs Musikern, unter denen auch Kilian Düring (Stadtmarketing und Tourismus) als Trompeter war, jetzt doch vor den Seniorenheimen einige Märsche und Musik zum Schunkeln spielen. Abstand voneinander mussten die Musiker aber halten.