Nach der Sanierung und Neueindeckung des Kirchturmes der St.-Matthias-Kirche in Theinfeld wurden im Beisein der beteiligten Firmen und Personen wieder die große Kugel mit Eisenkreuz und der neue goldene Wetterhahn auf der Kirchturmspitze angebracht.

In luftiger Höhe ganz oben auf dem Turm waren neben den Mitarbeitern der Dachdeckerfirma Heim aus Nüdlingen, Architekt Reinhard Seufert, Bürgermeister Egon Klöffel, Pfarrer Peter Rüb und Pfarrgemeinderatsvorsitzender Norbert Geier. Vor dem Verschließen der großen Kugel wurden neben Münzen auch Schriftstücke für die Nachwelt deponiert. Pfarrer Rüb ging dabei auf die derzeitige kirchliche Situation ein, während Bürgermeister Klöffel alles Wissenswerte über die Gemeinde Thundorf hinterlegte. Architekt Reinhard Seufert legte eine Aufstellung mit den beteiligten Firmen und Mitarbeitern bei. Das Schreiben von Winfried Rentsch enthielt geschichtliche Notizen aus der Chronik von Theinfeld.

Gemeinde trägt zwei Drittel der Kosten

Die Baukosten belaufen sich laut Kostenfortschreibung vom 21. November 2019 auf 461.935 Euro. Die Gemeinde Thundorf wird voraussichtlich zwei Drittel der Kosten übernehmen. Den Rest tragen die Diözese Würzburg und die Kirchenstiftung Theinfeld.

Die Kirche von Theinfeld gehört zu den ältesten Kirchbauten der Region. Sie war ursprünglich ohne Turm und ist wohl im 13. oder 14. Jahrhundert errichtet worden. 1599 wurde das Kirchlein um einen Turm erweitert. 1747 wurden dann das Kirchenschiff nach Westen verlängert und der Eingang verlegt. 1962 wurde der aus der Echterzeit stammende Turm neu eingedeckt. Da der Kirchenbesuch zur damaligen Zeit in Theinfeld sehr gut war, entschloss sich Pfarrer Oskar Pflüger im Jahr 1970 zu einer Vergrößerung durch den Bau eines neuen Kirchenschiffes. Nach 50 Jahren war nun eine erneute Sanierung notwendig. Dazu zählte auch der Turm, der neu verschalt und neu eingedeckt wurde.

Unterhalt der Kirche

Aus einer Aufzeichnung im Staatsarchiv Würzburg aus dem Jahre 1681 geht hervor, dass die Gemeinde Thundorf - vor der Gebietsreform Gemeinde Theinfeld - für den Bau und den Unterhalt der Kirche zuständig war. In alten Gemeinderechnungen ist zu lesen, dass die Gemeinde die Kosten für Erweiterungsbauten der Kirche, für Renovierungen und später auch für den elektrischen Strom und sogar die Reinigung zu übernehmen hatte. Dies änderte sich dann 1970 beim Bau des größeren Kirchenschiffes. Um von der Diözese, bzw. dem bischöflichen Ordinariat, Zuschüsse zu bekommen, wurde die Kirche in den Besitz der katholischen Kirchenstiftung übereignet. Seither hat die Gemeinde nur noch die äußere Baulast zu tragen.