Falschparker aufgepasst: Ab sofort wird der ruhende Verkehr wieder überwacht, nun nicht mehr durch die Stadt selbst, sondern durch die ESD Verkehrsdienste GmbH, die dafür Peter Wohlfeil aus Bad Kissingen eingestellt hat. Zehn Stunden im Durchschnitt wird er nun pro Woche in Münnerstadt darauf achten, dass die geltenden Parkregelungen eingehalten werden. Bei einem Gespräch und einem anschließenden Rundgang machten Bürgermeister Michael Kastl (CSU) und der geschäftsleitende Beamte Stefan Bierdimpfl den neuen Überwacher des ruhenden Verkehrs und seine Abteilungsleiterin Nicole Kidalka mit den Aufgaben vertraut."Dabei geht es nicht darum, möglichst viel Geld zu verdienen", betonte das Stadtoberhaupt. "Es geht darum, dass Ordnung herrscht." Dann gebe es auch freie Parkplätze, was für die Gewerbetreibenden wichtig sei.

Zehn Stunden unterwegs

Die städtische Angestellte, die über Jahrzehnte das Parken in Münnerstadt überwacht hat, ist kürzlich in den Ruhestand gegangen. Der Stadtrat hat beschlossen, den ruhenden Verkehr nun durch einen Anbieter überwachen zu lassen, die Wahl fiel auf die ESD Verkehrsdienste GmbH. Nun werden keine Knöllchen mehr verteilt, es kommt Elektronik zum Einsatz sagte Stefan Bierdimpfl.Das wirkt sich auf die Arbeitszeit aus. War die städtische Angestellte durchschnittlich zehn Stunden pro Woche unterwegs und hatte vier Stunden Innendienst, so benötigt Peter Wohlfeil nur noch zwei Stunden Innendienst bei zehn Stunden Kontrolle. Aber Vorsicht: Zehn Stunden ist ein Durchschnittswert. Es kann durchaus sein, dass er in einer Woche 15 Stunden kontrolliert und dafür in der nächsten nur fünf, warnt Stefan Bierdimpfl. Falschparker können sich also nie sicher fühlen.

"Wir haben relativ konkrete Vorstellungen", sagte Michael Kastl. Dass derzeit fast immer ein Parkplatz auf dem Marktplatz zu bekommen sei, liege an Corona. Wenn die Geschäfte alle wieder offen haben und die Außengastronomie mehrere Parkplätze belegt, werde es schnell wieder eng. Deshalb müsste von Anfang an dafür gesorgt werden, dass richtig geparkt wird. Wenn das geschieht, davon ist er überzeugt, dann finden die Leute auch einen Parkplatz, wenn sie einkaufen wollen. Einen besonderer Schwerpunkt soll Peter Wohlfeil zunächst auf den Bereich BBZ, Seniorenheime und Berufsbildungszentrum der Bestatter legen. Die Stadt habe zwar Parkmöglichkeiten geschaffen, aber die Parkdisziplin lasse inzwischen etwas nach. Dabei sei ein wenig Fingerspitzengefühl nötig.

Für den Bürgermeister hat die Überwachung einen ganz wichtigen weiteren Aspekt: Im Rahmen des Integrierten Städtischen Entwicklungskonzeptes (ISEK) werde auch ein Verkehrskonzept erstellt. Eine Straße mit zwei Bordsteinen (Hauptstraße) werde es künftig wohl nicht mehr geben. Bei dem Verkehrskonzept wird auch über Einsbahnstraßen-Regelungen zu sprechen sein. Als Beispiel nannte der Bürgermeister eine Einbahnstraße in der im Fischgrätenmuster geparkt werden kann. Wichtig sei, dass schon jetzt die Voraussetzungen geschaffen werden. "Es werden alle profitieren, wenn Ordnung herrscht", sagte er. Wenn nicht kontrolliert wird, habe man ganz schnell die Dauerparker da und die, die einkaufen sollen finden keinen Parkplatz, bestätigte Nicole Kidalka.

Keine Knöllchenprämie

Peter Wohlfeil soll nicht nur in der Altstadt seine Runden drehen, es gebe verschiedene neuralgische Punkte in der Stadt, so der Bürgermeister. So wird er unter anderem am Karlsberg nach dem Rechten schauen. "Es gibt keine Knöllchenprämie", versicherte Michael Kastl. Es sei nicht die Art ihrer Mitarbeiter, zuzuschauen, wie jemand die Parkscheibe vergisst und dann abzukassieren, so Nicole Kidalka . Vielmehr werde der Autofahrer auf das Versäumnis aufmerksam gemacht. "Wir sind die Netten." Er werde ohnehin auf das Gespräch setzen, sagte Peter Wohlfeil dazu. In Unterfranken gibt es viel Wald, meinte er. "Wie es in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus." Die Parkraumüberwachung wird noch von größerer Bedeutung werden, ist der Bürgermeister überzeugt. Denn mit einer erfolgreichen Entwicklung der Innenstadt wachse auch der Bedarf an Parkplätzen. "Das ist die Krux." Richtet man nur eine Wohnung her, brauche man mindestens einen Parkplatz. Ärzte und Geschäfte brauchen noch mehr. Es sei eine wichtige Aufgabe der nächsten Jahre, das Parken sicherzustellen. "Wir arbeiten dran."

Bei dem Treffen im Rathaus bekam Peter Wohlfeil auch die ersten Tipps, wann und wo er ein Auge zudrücken kann, denn der ruhende Verkehr soll mit Augenmaß überwacht werden. Der frühere Polizist und Personenschützer hat sich für seine neue Aufgabe auch schon einiges vorgenommen: "Es kommt auf die Freundlichkeit an", ist er überzeugt.