Ganz so negativ, wie das Bundesumweltministerium die Situation im April dargestellt hat, sieht der Leiter des Wasserwirtschaftsamtes in Bad Kissingen, Leonhard Rosentritt die Situation allerdings nicht. "Die negative Darstellung habe ich nicht ganz verstanden", erklärt der Behördenleiter. Denn es werde daran gearbeitet, die Gewässer in den nächsten Jahren deutlich zu verbessern. Die Wasserrahmenrichtlinie gibt den zuständigen Behörden Zeit bis zum Jahr 2027.
Wie Leonhard Rosentritt anhand der Lauer erklärt, sei man auf einem guten Weg. Er erinnert aber auch daran, dass sich ein in vielen Jahrhunderten vom Menschen immer wieder veränderter und genutzter Flusslauf nicht schnell und einfach in ein wieder ökologisch einwandfreies Gewässer verwandeln lässt.
Leonhard Rosentritt ist überzeugt, dass die Wasserwirtschaft bei der Lauer "auf einem guten Weg ist". Die Gewässerqualität bezeichnet er dank der Kläranlagen schon als gut, ebenso der Chemismus und die Kleinlebewesen. Was die Lauer dann aber doch nur in einem mittelmäßigen ökologischen Zustand versetzt, ist beispielsweise die Verschlammung oberhalb der Wehre - ein Problem, das durch die starke Nutzung des Gewässers über Jahrhunderte hinweg entstanden ist. Aber auch die Eintragungen von Ackerboden waren an der Lauer immer ein Problem.