Wenngleich die Rothhäuser Bevölkerung in Haupt- und Nebenwohnsitzen wieder um zwei Bürger auf 423 zulegen konnte, so ist damit in der Langzeitbetrachtung lediglich ein schleichender Abwärtstrend gestoppt. Aber immerhin konnte schon allein durch die Ankündigung, dass das Baugebiet "Am Sonnenhang" nun endlich an die Stadtlauringer Straße angebunden werden soll, ein Bauplatz verkauft werden. Dies verkündete Bürgermeister Egon Klöffel bei der Bürgerversammlung in Rothhausen.

Schon beim Staatsstraßen-Neubau zu Beginn der 1980er Jahre war auf Kosten der Gemeinde eine Aufweitung für eine Abbiegespur zum Sonnenhang angelegt worden. Seitdem tat sich nichts mehr, der Verkehr zu den Häusern für immerhin rund ein Viertel der Rothhäuser Bevölkerung schlängelte sich umständlich weiter durch die viel zu enge Gartenstraße. Rund 380.000 Euro wird die Anbindungsstraße kosten, miteingerechnet ist ein zusätzliches Stück Straße am Sonnenhang, das den oberen und unteren Weg bislang nur durch einen Schotterweg verbindet. Hinzu kommen 46.000 Euro an Planungskosten. Am Ende hofft die Gemeinde durch Bauplatzverkauf wieder einiges an Kosten hereinholen zu können.

Finanzieller Spielraum

In seinem Rückblick war Klöffel zunächst auf die Gesamtentwicklung der Gemeinde eingegangen. Sparsame Haushaltspolitik in den vergangenen Jahren lasse nun doch den einen oder anderen Spielraum, führte der Bürgermeister aus. In Rothhausen wurden unter anderem ein Stück Friedhofsmauer teilsaniert, im Wohngebiet "Am Berg" Ausbesserungsarbeiten an der Straße vorgenommen und der Weg zur Mühle aufgeschottert. Der Parkplatz am Bahnhof erhielt eine Höhenbegrenzungsschranke.

Kritik seitens der Bürger kam bezüglich der Öffentlichkeitsarbeit beim Verkauf der alten Schule auf. Klöffel verwies auf Gemeinderats-Beschlüsse, die öffentlich bekanntgemacht wurden. Zu den Gründen des Verkaufs führte er die schlechte bauliche Substanz, vor allem des Daches, auf. Eine teure Sanierung zu Vermietzwecken sei keine originäre Aufgabe einer Gemeinde. Mögliche Käufer hätten ihre Angebote abgegeben, doch wer den Zuschlag erhalte, müsse der Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung entscheiden. In diesem Zusammenhang machte der Bürgermeister deutlich, dass ein Verkauf des neueren Schultraktes auf keinen Fall in Frage käme. Die Räume werden rege genutzt, und auch die Turnhalle sei ein unverzichtbarer Treffpunkt für die gesamte Gemeinde. Beide Immobilien werden deshalb auch künftig die nötigen Instandsetzungsarbeiten bekommen.

Mitfahrerbank "großer Unsinn"

Als "ganz großer Unsinn" wurde die für 2000 Euro angeschaffte "Mitfahrerbank" bezeichnet. Noch nie sei darauf ein potenzieller Mitfahrer gesichtet worden. Auch der darüber hängende Verkehrsspiegel erfülle seine Funktion überhaupt nicht. Die Mitfahrerbank sei eine bezuschusste Aktion der Allianz Schweinfurter Oberland gewesen, entgegnete der Bürgermeister. Bezüglich des Verkehrsspiegels soll Meldung an das zuständige Straßenbauamt gehen. Dann soll auch geklärt werden, ob die gemeindeeigene Geschwindigkeitsmessanlage an der Staatsstraße aufgestellt werden darf.

Sarg "überdacht", Trauernde (selten?) im Regen

Ob ein Vordach am Leichenhaus sinnvoll ist, zweifelte der Bürgermeister an. Immer wieder komme es vor, dass der Sarg, bzw. Urne geschützt unter dem Hallendach stehen, doch die Angehörigen draußen im Regen. Klöffel - von Berufs wegen auch Bestatter - befand, dass Beerdigungen meist bei trockenem Wetter stattfinden, ein Vordach deswegen unverhältnismäßig wäre. Ein solches müsse nämlich entsprechende Bewehrung erfahren, damit es auch Stürmen standhält.

Parkplätze statt ehemaliges Feuerwehrhaus

Ein im Zuge der Dorferneuerung angelegter Grünstreifen am Anwesen Grünewald werde zugunsten von Parkplätzen wohl nicht entfernt werden dürfen, mutmaßte das Ortsoberhaupt, denn für Dorferneuerungsmaßnahmen gelte langjähriger Bestandsschutz. Auch die Parksituation an der evangelischen Kirche bereitet Sorgen. Dies umso mehr, weil diese seit Sperrung des katholischen Gotteshauses auch von den katholischen Mitchristen mitbenutzt werde. Auch hier sei es aufgrund der Beschlüsse der damaligen Dorferneuerung schwer, neue Fakten zu schaffen. Es wurde allerdings auch angemerkt, dass bei den Versiegelungsarbeiten für die Breitbandverkabelung schwarzer statt der bei der Dorferneuerung verwendete aufgehellte Asphalt verwendet wurde und somit der Bestandsschutz keine Rolle gespielt habe. Neue Möglichkeiten für Parkplätze in der Ortsmitte ergeben sich möglicherweise im Bereich ehemaliges Feuerwehrhaus. Der Besitzer ist verstorben, und die Erbengemeinschaft schlug das Erbe aus. Dies fällt nun an den Freistaat Bayern, und der könnte es möglicherweise zum Abriss an die Gemeinde übertragen.

Beklagt wurden außerdem unterschiedliche und häufig schwankende Härtegrade im Wasser. Inwiefern unkomplizierte Veröffentlichung möglich sei, müsse mit dem Versorger "Stadtlauringer Gruppe" abgeklärt werden.

Als Standort für einen Defibrillator wurde die Bushaltestelle auserkoren. Für die Bürger soll demnächst eine Info-Veranstaltung stattfinden. Thematisiert wurde abschließend ein Holzlagerplatz. Weder der Waldesrand, noch Bauplätze in Wohngebieten sind dafür vorgesehen. Die Gemeinde nimmt gerne Vorschläge für geeignete Flächen entgegen.