Es war ein besonderes Angebot, das die Kur- und Klinikseelsorge am Campus den Patienten des Rhönklinikums in Bad Neustadt zum Jahresanfang geboten hatte. In der Hauskapelle am Campus gab es einen Kammermusikalischen Nachmittag mit den Ärzten Professor Sebastian Kerber, Chefarzt der Klinik für Kardiologie I und Privatdonzent Albrecht Waschke, Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie. Dabei konnten die Patientinnen und Patienten, die auch schon an den Festtagen im Wesentlichen auf persönliche Besuche verzichten mussten, über ihre Monitore dem kammermusikalischen Konzert mit Werken für Violine und Cembalo lauschen. Die Moderation übernahm Pfarrer Harald Richter.

Dieser sagte, dass es unter Leitung der Kur-und Klinikseelsorge am Rhön-Klinikum Campus Bad Neustadt das Konzept gibt, kulturelle Aktivitäten für die Patientinnen und Patienten anzubieten. Schließlich habe die Pandemie-Situation durch Corona flächendeckend nahezu den gesamten Kulturbetrieb seit Monaten lahmgelegt.

Werke der Barockzeit

Dies sei nicht nur wirtschaftlich eine Belastung, sondern vielmehr müssen viele Musikliebhaber auf kulturelle Veranstaltungen im Theater, Konzert oder ähnlichen Kultureinrichtungen verzichten. So kam das erste Konzert zustande, dem vielleicht noch weitere folgen.

Auf dem Programm standen Werke der Barockzeit, so der Komponisten Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel, Jean-Baptiste Quentin und Francesco Maria Veracini.

Für die beiden musikalischen Ärzte war das Livekonzert durchaus etwas Ungewöhnliches, denn es fand ja vor leeren Stühlen in der Kapelle statt. Trotzdem gelang es ihnen in der weihnachtlich geschmückten Kapelle eine konzertante Atmosphäre aufzubauen. Beide versuchten während der getragenen Sätze aber dann auch wieder bei den sehr belebten Zwischensätzen den barocken Komponisten gerecht zu werden. Dabei spielten sie in der Besetzung, wie zur Barockzeit üblich Sonaten mit Violine und Cembalo.

In seiner Moderation sagte Pfarrer Harald Richter, dass ihm die kulturelle Arbeit am Campus sehr am Herzen liegt. Damit könne man zu dem straff durchorganisierten Klinikbetrieb entsprechende kleine "künstlerische Kontrapunkte" den Patientinnen und Patienten anbieten.

Ganz anderen Beitrag geleistet

So entstand die Idee zu dieser ersten musikalischen Konzertaktivität im Rahmen des kulturellen Klinikprogrammes. Sowohl Kerber, als auch Waschke äußerten am Ende des Konzertnachmittags, dass es ihnen persönlich viel Freude gebracht habe. Gerne habe man, fernab vom Klinikalltag, als ambitionierte Musik-Amateure, einen ganz anderen Beitrag am Campus beisteuern können.

Pfarrer Harald Richter: "Vielleicht springt dieser Impuls auch auf andere künstlerisch orientierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Campus über, womit 2021 das Kulturprogramm zusätzlich mit ganz eigenen Akzenten belebt wird". mhf