Heuer werden wohl mehr Besucher als sonst an die Seen der Umgebung kommen, vielleicht auch an die Saale. Denn dort gibt es keine Regelungen mit begrenzter Besucherzahl oder Ticketvorabverkauf, wie in Freibädern. Diesen Trend sieht René Wagenhäuser, 1. Vorsitzender der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Schonungen. Sein Ortsverband ist unter anderem für den Ellertshäuser See zuständig.

Er äußert sich besorgt zur diesjährigen Badesaison: "Wir werden dieses Jahr sicher mehr Ertrinkungstote haben. In über 90 Prozent der Fälle ertrinken Menschen in öffentlichen Gewässern." Am Ellertshäuser See erinnert sich Wagenhäuser an vier Einsätze, von denen sie bei zwei die Personen tot bargen.

Bewacht sei der See nicht, Bereitschaft seitens der DLRG-Verbände um Schweinfurt sei jedoch vorhanden. "Wir würden das gerne übernehmen", sagt Wagenhäuser. Zur Neueröffnung vor sechs Jahren hätten die Verantwortlichen die Wasserrettung jedoch nicht mitbedacht. Es fehle beispielsweise an Räumlichkeiten.

Selbstüberschätzung und Unachtsamkeit

Worauf beim Schwimmen in offenen Gewässern zu achten ist, weiß Markus Brandl, 1. Vorsitzender des Bad Kissinger Ortsverbandes der DLRG. "Regel Nummer eins ist: Nie alleine schwimmen. Damit hat man schon viel gewonnen", sagt Brandl. Für ihn ist klar: "Die meisten Ursachen für Badeunfälle sind Selbstüberschätzung und Unachtsamkeit."