Die Rhön setzt mit Wandern und Mountainbiken auf sanften Tourismus. Um die Besucherströme zu lenken, setzen Behörden und Tourismus auf verschiedene Ansätze. Seit einigen Tagen haben die Verantwortlichen im Rahmen des Mountainbike-Konzepts dafür fünf neue Mountainbikestrecken geöffnet. Die Routen führen zu einem Großteil durch die Schwarzen Berge, aber auch durch die südliche Vorrhön. Das Projekt stößt nicht überall auf Gegenliebe.

Bike-Boom abfedern

Denn die Radsportart boomt. Das Problem: Je Mehr Biker, desto mehr Biker fahren abseits der offiziellen Wege. Das ist nicht nur aus naturschutzrechtlicher Sicht kritisch. Die ersten fünf Touren sollen diesen Konflikt entschärfen. Ziel ist laut dem Landratsamt ein neues Mountainbike-Netz aufzubauen, das sich durch mehr Trails "und eine interessante Streckenführung auszeichnet". Damit soll das Wild-Fahren verhindert werden.

Geplant ist, dass weitere Strecken folgen sollen - unter anderem auch in Richtung Kreuzberg. Im Raum stehen seit einer Sitzung des Wirtschafts- und Umweltausschusses des Kreistagesvor einigen Jahren etwa 33 Strecken mit insgesamt 1200 Kilometern.

Kritische Stimmen zum Projekt

Die Pläne von Behörde und Touristikern stoßen Politikern und Interessenvertretern in manchen Kommunen allerdings auf. In Schondra kam es jüngst zu einer Diskussion im Gemeinderat. Roman Jörg (CSU) kritisierte die Trassenführung der "Rundtour 1". Diese verläuft unter anderem entlang der Mettermich. Der Gemeinderat sei über eine Strecke im Gemarkungsgebiet der Kommune nicht informiert worden.

In der jüngsten Sitzung äußerte er sich: "So können wir das nicht hinnehmen." 3. Bürgermeister Jürgen Metz (FWG Singenrain), der das Mountainbike-Projekt für den Landkreis maßgeblich betreute, wies jedoch darauf hin, dass alle Streckenpläne den Gemeinden zugegangen seien. Bürgermeister Bernold Martin (CSU) will nun die Angelegenheit in einer der nächsten Sitzungen klären.

Unmut über Informationspolitik

Ähnlich gelagert war die Situation in Wildflecken. Dort echauffierten sich Jagdpächter und Waldbesitzer. Stein des Anstoßes war auch hier die Informationspolitik. Man sei nicht gehört oder gefragt worden - so die Hauptkritik. Aus dem Landratsamt hieß es dazu: "Das einzige, was hier nicht optimal gelaufen ist, ist, dass wir beschildert haben und die Information der Waldbesitzer erst nachträglich erfolgt ist."

Allerdings: Schon im Februar 2018 wurden die Pläne im Gemeinderat des Marktes Wildflecken öffentlich vorgestellt. Dafür waren laut Wildfleckens Bürgermeister Gerd Kleinhenz (PWW) auch diverse Interessenvertreter eingeladen.

Blick ins Archiv

Das belegt ein älterer Artikel dieser Redaktion. Dem Zeitungsbericht zufolge muss die Debatte im Gemeinderat sehr lebhaft und konstruktiv geführt worden sein. Rederecht hatten in der Sitzung auch betroffene Bürger. Und: Es blieb nicht jeder stumm. Der Wildfleckner Rathauschef lobte die Diskussionskultur und "dankte den zahlreichen Besuchern ... für die Anregungen, Wünsche und Kritikpunkte zu den geplanten Strecken".