Die Menschen im Landkreis bleiben dem Auto treu. Trotz Diskussionen um Klima, Schadstoffe in der Luft, Parkplätze oder Staus - die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Es gibt immer mehr Autos auf den Straßen.

Im vergangenen Jahr meldeten zahlreiche Menschen im Landkreis ein Fahrzeug bei den Kfz-Zulassungsstellen in Bad Kissingen-Hausen, Hammelburg und Bad Brückenau an. Das zeigen die Zahlen des Sachgebiets "Verkehrswesen" des Landratsamtes.

Zum Stichtag am 31. Dezember 2020 waren insgesamt 111 950 Fahrzeuge zugelassen. 2276 Fahrzeuge sind in einem Jahr dazu gekommen. Als Vergleich: 109 674 Fahrzeuge waren es zum gleichen Zeitpunkt vor etwa einem Jahr im Dezember 2019.

Besonders deutlich wird der Anstieg, wenn man die vergangenen Jahre betrachtet. In den letzten fünf Jahren wurden 10 570 Fahrzeuge neu angemeldet. Das entspricht einer Steigerung um zehn Prozent.

Mehr Autos als Menschen?

Sieht man sich dazu die Bevölkerungszahlen an, scheint es so, als gebe es mehr Autos als Einwohner im Landkreis. Laut den Angaben des Bayerischen Landesamtes für Statistik leben 103 161 Menschen im Landkreis (Stand: 30. Juni 2020). Diesen Personen gehören 111 950 Fahrzeuge. Rechnerisch kommen also auf jede Person mehr als ein Fahrzeug und das, obwohl auch Personen wie Kinder und Jugendliche dazu zählen, die noch gar nicht Auto fahren.

Aber um die Zahlen richtig zu verstehen, muss man wissen: Zu den Fahrzeugen gehören alle zugelassenen Fahrzeuge, also etwa auch Zweiräder wie Roller und Motorräder.

"Die Einwohnerzahl kann man nicht in Abhängigkeit zu den zugelassenen Fahrzeugen setzen. Es gibt zum Beispiel Auto-Sammler und Unternehmen mit ganzen Fahrzeug-Flotten", teilt Nathalie Bachmann von der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Landratsamtes mit.

Dennoch sind laut der Statistik für das Jahr 2020 immerhin 2862 Privat-Autos mehr auf den Straßen unterwegs als noch 2019. Wenn man sich vorstellen will, was in den letzten fünf Jahren an Autos hinzu gekommen ist, kann man sich eine 81 Kilometer lange Autokette vor Augen rufen. Voraussetzung: Das Durchschnittsauto ist 4,5 Meter lang und man lässt keine Parklücken. Oder anders ausgedrückt: knapp 18 000 neue Autos in fünf Jahren.

Mehr private Pkw

Im Landkreis kommen etwa auf zwei Personen ein Pkw. Firmen-Fahrzeuge (derzeit 9982) werden dabei nicht mitgezählt.

51 105 private Pkw waren im Dezember 2020 angemeldet. Im Jahr zuvor waren es 48 243 Autos.Vor fünf Jahren waren es lediglich 33 126 Privatautos.

Deutschlandweiter Vergleich

Die Zahlen spiegeln eine deutschlandweite Entwicklung wider. Die Pkw-Dichte ist in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren um zwölf Prozent gestiegen.Das ist ein Ergebnis des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden aus dem September. Bayern ist im bundesweiten Vergleich das Bundesland mit der drittgrößten Pkw-Dichte. Hier errechnet das Statistische Bundesamt für das Jahr 2019 eine Auto-Dichte von 613 Pkw auf 1000 Einwohner.

Interessant: Der Landkreis geht in zweifacher Hinsicht mit dem deutschlandweiten Trend. Zum einen hat sich in den letzten fünf Jahren die Zahl der SUVs im Landkreis fast verdoppelt. 2015 gab es nur 909, 2019 dann schon 1591 und im vergangenen Jahr bereits 1740 Stadtgeländewagen.

Zum anderen hat wohl auch die Corona-Krise dafür gesorgt, dass sich mehr Menschen ein Wohnmobil oder einen Wohnwagen angeschafft haben.

Mehr Camper sind unterwegs

Knapp 200 Wohnwagen meldeten die Bürger im Landkreis neu an. Die Zahlen stiegen von 861 auf 1047 Wohnwägen. Vor fünf Jahren waren es lediglich etwas weniger als 400 Wohnmobile insgesamt.

Die Corona-Krise macht sich aber auch in anderer Hinsicht bemerkbar. Das Kraftfahrt-Bundesamt meldete in ihrer Jahresbilanz, dass Neuwagenverkäufe 2020 um 19,1 Prozent auf insgesamt 2,9 Millionen zurückgingen. Vor allem im April des vergangenen Jahres sanken die Neuzulassungen von Pkw drastisch.

Verbrennungsmotor bleibt beliebt

Der Verbrennungsmotor im Auto ist nach wie vor am beliebtesten. Rund 94 000 Autos im Landkreis nutzen diesen Antrieb.

Für ein Hybrid-Fahrzeug, also Varianten mit Verbrennungs- und Elektromotor, entschieden sich 2020 etwa 340 Fahrer. Im Landkreis gibt es derzeit 1402 Hybrid-Fahrzeuge.

Auf reine Elektro-Fahrzeuge setzten rund 180 Menschen. Rein gasbetriebene Fahrzeuge sind bisher die Ausnahme. Nur fünf Menschen entschieden sich 2020 dafür.