Es leuchtet rot zwischen all dem Grün des Waldes, wenn man vom Knückelein Richtung Ramsthal schaut. Nicht die Laubbäume tragen - wie im Herbst - bunte Farben. Das Rot kennzeichnet die Kronen kranker und absterbender Kiefern. Ein untrügliches Zeichen, dass der Klimawandel auch am Wald im Landkreis Bad Kissingen nagt. Zunehmend rücken Forstbereiche und Baumarten in den Fokus, die bisher noch als krisensicher galten.

Maik Despang berät für die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Rhön-Saale in Oberthulba Privatwaldbesitzer im gesamten Landkreis. Der Revierleiter kennt sich auch in den Waldkörperschaften Ebenhausen, Ramsthal und Gauaschach gut aus.

Süden besonders betroffen

Das Phänomen der "Roten Kiefern" beobachtet Despang zunehmend, besonders auf Kuppen oder an Hängen im südlichen Landkreis und auf der Fränkischen Platte. Er führt es auf die extrem heißen und trockenen Jahre 2018 und 2019 zurück. Aber auch das regenarme Frühjahr dieses Jahres habe die Kiefern gestresst.

Aber nicht nur die. Oliver Kröner, Leiter des Amtes für Ernährung, Landwirtschaften und Forsten in Bad Neustadt, das für alle Wälder in den Landkreisen Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld zuständig ist, sieht Fichten als noch gefährdeter an. Dass diese Flachwurzler Trockenheit und Klimawandel kaum etwas entgegenzusetzen haben, ist bekannt. Aber sie stellen zusätzlich ein gefundenes Fressen für Borkenkäfer dar.