Zum Informationsvortrag "Zerbrochene Lebensträume - Frauenhandel, Zwangsprostitution, Zwangsheirat" von Renate Hofmann waren 38 Frauen ins Schützenhaus Thulba gekommen.

Nach dem Frühstück mit selbstgemachten Brotaufstrichen und Marmeladen war der anschließende Vortrag über das Schicksal von ausländischen Frauen in Deutschland keine leichte Kost. Die Referentin berichtete sehr anschaulich aus ihrer jahrelangen Praxis in der Fachberatungsstelle für ausländische Frauen und Mädchen in Bad Kissingen - eine von insgesamt 18 derartigen Anlaufstellen in Deutschland für Frauen in Not (Solwodi).
Lea Ackermann, Ordensschwester, legte vor 30 Jahren den Grundstein für "Solwodi" (Solidarität für Frauen in Not) in Mombasa/Kenia. Dort wollte sie Frauen und Mädchen helfen, die sich aufgrund ihrer Armut prostituierten. Inzwischen hat die Menschen- und Hilfsorganisation "Solwodi" 34 Beratungsstellen in ganz Kenia und unterstützt ein Witwen- und Waisenprojekt in Ruanda.

Zu den 18 Fachberatungsstellen in Deutschland gehören außerdem eine Kontaktstelle und acht Schutzwohnungen, unter anderem einer in Bad Kissingen, für Frauen und Mädchen, die hier in Problemsituationen geraten sind. Dazu zählen insbesondere Menschenhandel, Zwangsprostitution, Beziehungsgewalt-Erfahrungen, von Zwangsheirat Bedrohte oder aus Zwangsehen Geflohene, aufenthaltsrechtliche Probleme oder Integrationsschwierigkeiten.

Die Hilfsangebote beinhalten Unterbringung in Schutzwohnungen sowie ganzheitliche psychosoziale Beratung und Betreuung. Langfristiges Ziel sei es, die Eigenkompetenz zu stärken, um in Zukunft ein Leben für sich und ihre Kinder in Selbstbestimmtheit, Würde und Sicherheit führen zu können.