Jedes Jahr gibt es die selbe Weihnachtsgeschichte. "Die kennt mittlerweile doch jeder", hatten sich die Johannes-Petri-Schüler gedacht. Mit ihrem tierisch guten Kindermusical "Die Drei vom Stall" setzten sie der gewohnten Weihnachtsgeschichte eine überraschende Alternative entgegen.

Da staunt das Rhönschaf: "Man kann die Weihnachtsgeschichte auch aus der Perspektive der Randfiguren erleben". So stellten die beiden Autorinnen Jenny Link und Johanna Zeigerhorn mit ihrem Musical alles auf den Kopf. Jesus, Maria und Josef treten nämlich an den Bühnenrand und im Mittelpunkt stehen nun Ochs, Esel und Schaf. Die Regie führenden Lehrerinnen Kerstin Hofmann und Sabine Friedrich konnten ihre Schüler mit der neuen Idee begeistern.

Ein paar Schafe, ein Ochse und ein nachdenklicher Esel finden ihren Weg zur Krippe im Stall von Bethlehem. Auch auf diese ungewöhnliche Sichtweise des neuen Weihnachtsmusicals "Die Drei vom Stall" kann die Geburt des Retters Jesus nahe gebracht werden. "Es ist ein richtiges Kindermusical, so wie es sein soll", sind die Zuhörer im voll besetzten Turmsaal von der Aufführung begeistert. Rund 60 Schüler standen singend und agierend im Rampenlicht auf der Bühne. Der zeitgemäße Ochsen-Rap erhielt einen Sonderapplaus.

"Seit Anfang Oktober haben wir fleißig immer eine Stunde wöchentlich geprobt und es macht mir nicht nur das Spielen auf der Bühne sondern auch das ganze Drumherum viel Spaß", schnuppert Schülerin Hannah das erste Mal Theaterluft. Mit einem Schlapphut auf ihrem Kopf tritt sie als Hirte auf. "Ich habe ein wenig Lampenfieber, aber es geht so", meint Hannah kurz vor ihrem Auftritt. Die Hauptrolle des überheblichen Ochsen teilten sich Karl Wanninger und Salome Friedrich.

Die Verwandtschaft war dabei

Gefreut über so viel Theater-Engagement seiner Schüler hatte sich Johannes-Petri-Schulleiter Hubert Voll. "Sie haben sich Zeit genommen, knapp eine Woche vor dem Weihnachtsfest diese Aufführung zu erleben", begrüßte er die rund 200 Zuschauer in der Turnhalle. Die Gäste rekrutierten sich freilich zumeist aus Eltern, Großeltern sowie sonstigen Verwandten und Freunden der auftretenden Schüler. Jährlich wechsle die Theaterbühne für die Weihnachtsaufführung zwischen Fuchsstadt und Langendorf, erinnerte Voll. "Auch heuer sind wir an die Grenzen unserer Kapazität gelangt", bezog sich Voll sowohl auf die Bühnengröße als auch auf das Fassungsvermögen des Saales. "Es ist eine erfrischend ungewöhnliche Sichtweise, die Weihnachtsgeschichte zu erleben", waren sich die Zuschauer nach der Vorstellung bei Glühwein und Grillwurst auf dem Schulhof einig.