Als Hauptgrund für die wohl letzte Gemeinderatssitzung des Marktes Sulzthal für diese Wahlperiode nannte Bürgermeister August Weingart den Waldwirtschaftsplan und die vorliegenden Bauanträge. Einige Stunden zuvor hatte er entschieden, den anberaumten Waldbegang abzusagen. Als Grund benannte er die Verkehrssituation - er wollte nicht, dass 20 bis 30 Fahrzeuge mit je einer Person durch den Wald fahren. Trotz Corona fanden sich einige Zuhörer in der weit bestuhlten Mehrzweckhalle ein.

Der Geschäftsführer der FBG Fabian Menzel und Revierleiter Stefan Blumrich stellten den Waldwirtschaftsplan vor. Der Holzeinschlag 2019/20 betrug demnach 2420 Festmeter (fm) und fand vorwiegend im Steinpfad (710 fm), Datesberg (170 fm), Vorderes Bühnholz (320 fm), Seifenthal (520 fm) und an der Lücke mit 170 fm statt. Menzel zeigte sich teilweise unzufrieden mit der Pünktlichkeit der Unternehmen. In Zukunft sollen alle Arbeiten ausgeschrieben werden, um eventuell auch über Vertragsstrafen nachzudenken. Die Holzunternehmen hätten bestehende Verträge gekündigt und es sei wahrscheinlich, dass die Preise nochmal absinken werden. Sägewerke seien teilweise zu Kurzarbeit übergegangen oder hätten auch ganz geschlossen. Nadelholz würde derzeit nicht eingeschlagen, nur das Käferholz aufgearbeitet. Laubholz laufe gut, sei gesucht und vermarktbar.

"Entweder es entstehen Rückeschäden an den Wegen oder das Holz - besonders Buche - wird durch längeres Liegen entwertet", kommentierte Blumrich die Nachfrage nach den Rückeschäden. Das Rücken mit dem Pferd sei zwar eine Alternative, aber nicht unbedingt in jeder Lage schonender, da jede Rückegasse dennoch mit großem Gerät befahren werden müsse. Außerdem verteuere es den Festmeter um etwa sieben bis neun Euro. Grundsätzlich waren Fragen der Zuhörer erlaubt, aber man solle sie doch besser beim Waldbegang, der nachgeholt werde, stellen, drängte Weingart etwas aufs Tempo.

Auf Zäunung will man eigentlich verzichten, so Revierleiter Blumrich. Mit Licht und Wild habe man nur zwei Stellschrauben, das bedeute in manchen Regionen eine straffere Bejagung durchzuführen.

Eiche zu verjüngen bedeute, für Licht zu sorgen. Von Plünderung des Waldes könne mit den 2420 fm, die eingeschlagen wurden, keine Rede sein. Sinnvoll wären 3000 fm, Standorte, Trockenheit und sonstige Faktoren schon mit eingerechnet. Und dies sei noch dezent kalkuliert. Für 2020/21 plant man früher mit dem Einschlagen zu beginnen, vermehrt Laubholz einzuschlagen und erhöhten Pflanz- und Pflegeaufwand sowie Wegepflege zu betreiben. Am Vorderen und Hinteren Bühnholz, am Büchelberg und im Steinpfad sollen dann 2650 fm eingeschlagen werden. Man setzt auf eine neue Generation von Eichen, da die alten Eichenbestände oft nicht mehr anpassungsfähig genug seien.

Hitziger wurde die Diskussion, als es um den Pflegeaufwand ging. Die FBG führe gern Pflegemaßnahmen durch, so Menzel, aber seitens der Gemeinde habe Personal gefehlt. "Geben sie uns die Möglichkeit mit Unternehmen die Pflegearbeiten durchzuführen", forderte Menzel. Es gestalte sich für einen Förster schwierig, in Sulzthal zu arbeiten. Er müsse seine Angestellte schützen, gab der Geschäftsführer FBG zu bedenken. Stefan Blumrich habe zwar ein dickes Fell, aber auch ihn gelte es zu schützen.

Letztendlich wurde der Waldwirtschaftsplan mit 6:0 Stimmen angenommen und der Wald-Finanzplan auf die nächste Sitzung verschoben.