Wenn man in diesen Tagen bei der St. Michaelskapelle in Frankenbrunn vorbeigeht, kann man viele fleißige Rentner sehen. Gemeinsam sind sie gerade dabei, das Umfeld schön herzurichten. Schließlich soll bei der Einweihung der neuen Statue des Heiligen Michael alles in schönstem Glanz erstrahlen. "Der Zusammenhalt bei uns ist sehr gut", strahlt Otto Granich, der die Arbeiten der Rentnertruppe koordiniert. Auch die Gemeinde hat zwei Arbeiter gestellt, die gerade eine Mauer hochziehen. Hier sollen demnächst die Tafeln entstehen, die auf die Entstehung der Kapelle hinweisen. Den Frankenbrunnern ist ihre Michaelskapelle sehr wichtig, das zeigt sich schon beim Arbeitseinsatz, bei dem jeder mit viel Freude anpackt. "Heute sind wir an die 15 Personen, die mit vereinten Kräften dafür sorgen, dass die Arbeiten vorangehen", so Granich. Weit über 1000 Arbeitsstunden habe man hier schon investiert, man ist immer noch mit viel Freude dabei. "Große Unterstützung erhalten wir auch von der Gemeinde", ist Granich begeistert. Schon vor einiger Zeit wurde die Einsiedelei von rankendem Unkraut befreit, so dass sie nun wieder schön zu sehen ist.
Ganz in der Nähe ist ein Arbeiter gerade dabei, Gedenktafeln an Holzkreuze anzubringen. "Bis 1967 war hier ein Gedenkfriedhof für die Gefallenen des 1. Weltkriegs. Ihrer wollen wir gedenken, indem wir hier Kreuze aufstellen, die mit den Namen der Gefallenen versehen sind", erläutert Granich. Schließlich jährt sich heuer das Ende des 1. Weltkriegs zum hundertsten mal. Bald werden auch die Informationstafeln angebracht, die näher über die wechselvolle Geschichte der St. Michaelskapelle erzählen. Vor 300 Jahren wurde die Kapelle errichtet, die einen um ca. 1650 geschnitzten Holzstamm beherbergt, welcher wundertätig sein soll. Jedenfalls ist dies so überliefert. Im Jahr 1718 entstand um diesen wundertätigen Bildstock dann eine Kapelle, die für die Frankenbrunner ein wichtiges Identifikationssymbol ist. 1#googleAds#100x100
Weiter unten sind neu gegossene Stelen aufgestellt, die von Helmut Hämel angefertigt wurden. Die Aussparungen sind hier zwar noch leer, in Kürze sollen hier aber Bildnisse der fünf Wunden Christi angebracht werden. Die Tafeln werden gerade von Sophie Klinkert hergestellt, die Keramikerin ist. Ihr Vater Peter Emmert hat die Statue von St. Michael errichtet, der nun seit Herbst vergangenen Jahres neben der Kapelle steht. "Hier standen schon einmal die Wundmale. Leider mussten sie vor Jahren versetzt werden, da der Weg sehr feucht war - die Besucher konnten hier kaum noch laufen", so Granich. Dem hat man jetzt abgeholfen. Eine Drainage wurde verlegt, so dass man wieder trockenen Fußes zur Kapelle laufen kann. Unterstützung hat man dabei auch von vielen Firmen erhalten. So wurden in der Firma Schick die Stelen gegossen, die Firma Stolz stellte unentgeltlich einen Bagger zur Verfügung, mit dem die Arbeiten schneller ausgeführt werden konnten. Zurzeit ist man dabei, für weitere Sitzbänke Fundamente anzulegen, die Rentnertruppe ist mit viel Herzblut bei der Sache. "Das Zusammengehörigkeitsgefühl ist wirklich toll, der Zusammenhalt sehr gut", freut sich Otto Granich. Besonders an dem Ort ist nicht nur, dass die Kapelle im Kreuzungspunkt zweier Wasseradern steht, sondern auch, dass sich im Bereich des Freialtars ein inzwischen markierter Heilstrahl befindet. Diesem kann man vielleicht auch die wundersamen Heilungen in früherer Zeit zuschreiben - sofern man denn daran glauben will.
Die St. Michaelskapelle war seit jeher auch ein Wallfahrtsort, zu dem Pilger aus Obererthal, Thulba, Frankenbrunn und Hetzlos wanderten. Bei der Sternwallfahrt am 27. Mai soll diese Tradition wiederbelebt werden. An diesem Wochenende finden auch die Festlichkeiten anlässlich des 300-jährigen Jubiläums statt. Das ganze Dorf bereitet sich schon auf das große Fest vor und fiebert ihm entgegen. Am 26. Mai wird Elmar Bürger den Festvortrag halten, in dem er auch detailliert auf die wechselvolle Geschichte der Kapelle eingehen wird, wie sie entstand und was sie in der Vergangenheit für eine Bedeutung hatte. Am 27. Mai ist dann eine Sternwallfahrt geplant und die neu errichtete St. Michaels-Statue wird eingeweiht. Der Festbetrieb ist dann am Dorfplatz. "Es wäre organisatorisch nicht machbar gewesen, diesen hier oben zu realisieren", so Granich.
Die Kapelle ist ein sehr frequentierter Ort, wie er betont: "Man kann hierher kommen wann man will - man trifft immer Besucher", sagt er. Doch jetzt heißt es erst einmal weiterarbeiten, damit Ende Mai alles in neuem Glanz erstrahlen kann. Auf die Rentnertruppe um Otto Granich ist auf jeden Fall verlass, mit viel Freude werden sie dafür sorgen, dass bis Ende Mai alles fertig ist.