Ein Umzug bringt immer zwei Seiten mit sich. Einerseits ist es die Freude auf das neue Haus, eine größere Wohnung oder ein modernes Büro. Die Kehrseite eines Auszugs aus dem gewohnten Domizil heißt jedoch in der Regel verpacken, Möbel schleppen, reinigen und vielleicht noch renovieren.

Gelegentlich verblüfft ein Ortswechsel jedoch auch mit überraschenden Funden wie dies den Hammelburger Stadtarchivaren, Elfriede Böck und Thomas Mendel, widerfuhr. Beim Umzug ihres Büros im Kellereischloss war großes Aufräumen angesagt. Dabei stieß das Team auf Verstecktes, das hinter Büchern und Akten gerutscht war. Die historischen Schriften, die sie fanden, sind nicht nur Zeugen einer anderen Zeit ,sondern teils schon Kleinode, nach denen sich Archivare und Antiquare die Finger lecken.

Tagebuch einer Lehrerin

So entdeckten sie ein Goldenes Schülertagebuch einer Lehrerin von 1865 bis 1867 und des Jahres 1874. Die Pädagogin zählte hier namentlich "die brävsten und fleißigsten Mädchen und Knaben" der Kinderschule (Volksschule) auf, aber auch solche, die sich frech, faul oder aufsässig verhielten.

Zum Beispiel die vorlauten Marianne und Georg, den jähzornigen Willi, "den Knecht Ruprecht hoffentlich in seinen Sack steckt" und den schlimmsten von allen, Erhard. Die Familiennamen dieser Schüler sind teils noch heute in Hammelburg geläufig.