"Gabrielle, du verstehst aber auch wirklich gar nichts! Die Menschheit versucht alles niederzureißen." Gabrielle schaut irritiert. Sie versteht wirklich nichts.

Aber auch Aurélie, die Paris retten will, verliert immer wieder den Faden, als sie ihren Freundinnen von der großen Verschwörung erzählen will, von der sie erfahren hat. Sie und ihre Freundinnen sind die "Irren", die sich in dem neuen Stück von Spectaculum "Die Irre(n) von Chaillot '58" in Nichtigkeiten verlieren, sich anzicken, missverstehen und mit Kissen aufeinander einprügeln, bevor sie versöhnt an einem Strang ziehen.

Eine junge Zuschauerin steht unter dem Baum vor der Schlossbühne und lacht: "Das ist so witzig." Claudia Albrecht hingegen ist noch nicht zufrieden. Immer wieder springt sie von ihrem Regiestuhl auf, gibt ihren Schauspielern neue Impulse: "Das kannst du einmal so spielen, vielleicht zweimal - dann schleift es sich ab und du verlierst den Zuschauer. Versuch es mal so."

Albrecht stellt sich selbst auf die Bühne und spielt eine mögliche Variante vor. Es ist eine intensive Probe. "Die groben Konturen sind schon sichtbar, aber ihr könnt noch mehr aus dem Stück herausholen", ruft die Regisseurin. Nicht nur der Witz soll variantenreich trans-portiert werden, sondern auch die Botschaft: Die "Irren" - schräge, aber liebenswürdige Damen - triumphieren letztlich über die vordergründig wirtschaftlich Erfolgreichen, in ihrer Skrupellosigkeit und Geldgier aber wahrhaft Wahnsinnigen.