Die Stadtwerke Hammelburg investieren aktuell an mehreren Stellen in ihre Infrastruktur: Im Zuge des Ausbaus der Bahnhofstraße erneuern sie dort ihr Gas- und Wasserleitungsnetz. Kommende Woche wird zudem in der Rote-Kreuz-Straße eine neue Gasdruckregelanlage eingebaut. Dafür sperrt die Stadt einen Teil der "heimlichen Nordumgehung" am Dienstag, 22. September, voraussichtlich von 7 bis 19 Uhr (siehe Grafik). Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) kündigte in der jüngsten Stadtratssitzung auch für einige Gassen rund um die Bahnhofstraße Behinderungen an. Zudem sind derzeit Abschnitte der Von-Hess-Straße gesperrt, weil die Wasserleitung erneuert wird.

"Die ausführenden Firmen sind bemüht, die Sperrungen so kurz wie möglich zu halten", betonte Warmuth. Die mit Abstand größte Baustelle in der Innenstadt ist die Bahnhofstraße, die für rund 3,4 Millionen Euro neu gestaltet wird. Im Juni rückte Polier Daniel Kirchner von der Firma "Burger Bau" mit seinem Team an, aktuell seien sechs Arbeiter im Einsatz. Trotzdem gibt es eine kleine Verzögerung: "Wir sind etwa drei Wochen hinter dem Zeitplan", berichtet Bauleiter Wolfgang Martin vom Ingenieur-Büro Holm.

Alle Leitungen werden erneuert

Los ging es mit dem Abschnitt vom Marktplatz bis zum Bürgerspital: Zunächst wurden die Kanal-Hausanschlüsse in einer Tiefe von bis zu vier Metern erneuert. Dann waren die Stadtwerke am Zug: "Alle alten Gas- und Wasserleitungen kommen raus", berichtet Geschäftsführerin Anja Binder. Die Verlegung betreut Matthias Feiler, der für die Gas- und Trinkwasserversorgung zuständige technische Betriebsleiter der Stadtwerke. "Wir ziehen die Anbindungen bis in die Seitengassen", verweist er darauf, dass über die Grenzen der eigentlichen Bahnhofstraßen hinausgebaut wird, um auf Nummer sicher zu gehen. Schließlich ist geplant, den Untergrund der Bahnhofstraße mit einer 25 Zentimeter dicken Betonschicht zu befestigen und zu pflastern. Deshalb wird alles getan, dass es keine Schäden im Untergrund gibt, sondern im Zweifelsfall eher in den angrenzenden Gassen.

Die Josef-Schultheis-Straße und die Spitalgasse sind deshalb aktuell gesperrt, auch für Fußgänger. Das Zinsgässchen ist nur für Fahrzeuge dicht, Fußgänger können dort bis zur Bahnhofstraße laufen. Die Bauarbeiter hoffen, dass die Spitalgasse in den kommenden Tagen zumindest für Fußgänger geöffnet werden kann, der untere Teil der Josef-Schultheis-Straße dagegen bleibe noch länger zu.

Ausbau ab Mitte Oktober

In der Bahnhofstraße werden die Fußgänger aktuell auf der Seite Richtung Bleichrasen geleitet. Laut Bürgermeister Warmuth gibt es Beschwerden über die unebene Wegeführung, aber: "Das geht im Moment nicht anders", versichert Warmuth. In den kommenden Wochen soll es laut Stadtbaumeister Detlef Mohr in der Bahnhofstraße entlang der Seite zum Bürgerspital mit den Stromleitungen und den Anschlüssen der Straßenbeleuchtung weitergehen. Mitte Oktober sollen dann der Drain-Beton eingebaut und das Pflaster verlegt werden. Um die verlorene Zeit wieder aufzuholen soll laut Bauleiter Martin parallel mit dem Anschluss von Kanal-Hausanschlüssen im zweiten Bauabschnitt begonnen werden. "Das hängt vom Wetter ab", kündigt er jedoch bereits an, dass es auch Verzögerungen geben kann.

Fest terminiert ist dagegen der Umbau der Gasdruckregelanlage in der Rote-Kreuz-Straße: Kommenden Dienstag, 22. September, soll alles über die Bühne gehen. Die Stadt hat dafür eine Vollsperrung von 7 bis 19 Uhr in Höhe der Einfahrt Am Heroldsberg auf einer Länge von rund 60 Metern bis zur Einfahrt in die Bonifatiusstraße und zur Brücke über die Bahnschiene angeordnet. Der Gehweg im Baustellenbereich soll jedoch benutzbar bleiben. Alle angrenzenden Straßen sind bis zur Baustelle für den Verkehr freigegeben, entsprechende Schilder weisen bereits weiträumig auf die Sperrung hin.

Laut Geschäftsführerin Anja Binder lassen sich die Stadtwerke die Modernisierung ihres Gasnetzes rund 180 000 Euro kosten. "Der Tausch ersetzt die alte Anlage, die fast 40 Jahre lang zuverlässig ihren Dienst verrichtete", sagt Binder.

"Die Leistung der neuen Gasdruckregelanlage ist mit einer maximalen Kapazität von 3500 Normkubikmetern pro Stunde identisch mit der alten Anlage", sagt Matthias Feiler. Über ein Mitteldrucknetz werden vom Standort aus insgesamt rund 1350 Haushalte mit Erdgas versorgt. "Mit dieser Investition ist die Gasdruckregelanlage in der Rote-Kreuz-Straße auf dem neuesten Stand der Technik", freut sich Binder über den Beitrag zur Versorgungssicherheit. Auf Nachfrage stellt sie klar, dass es am Dienstag zu keiner Unterbrechung der Gas-Versorgung kommt: Die Stadtwerke stellen zunächst einen Notverbund auf der Straße vor der Gasdruckregelanlage her, bevor die alte Anlage demontiert wird. Deshalb sei die Vollsperrung in der Rote-Kreuz-Straße erforderlich.