Der Spaß am Fasching kennt keine Altersbeschränkung wie die Seniorensitzung der Hammelburger Karnevals-Gesellschaft (HA-KA-GE) zeigte. Das Publikum im gut gefüllten Saal des Pfarrzentrums, teils weit über 80 Jahre alt, ließ sich gerne vom närrischen Treiben anstecken.
Dabei gab es auch Neues in der Bütt und auf der Bühne. Zum Beispiel Zirkusdirektorin Olivia Pampelotti alias Ulrike Lange vom Weingut Schloss Saaleck, die zu den Melodien von "Pink Panther" die muntere Schar der "Blauen Funken" dirigierte. Die Jüngsten der HA-KA-GE zeigten sich von der besten Seite. Über Nachwuchsgardistinnen muss sich Vorsitzender Holger Augsburg, der die Veranstaltung moderierte, keine Sorgen machen. Etwas fürs Auge bot auch die Präsidenten-Garde mit ihrem Tanz.
Zu den "Bütt-Newcomern" zählte Udo Schmitt, der Brandmeister von der Mutwilligen Feuerwehr, die über einen eigenen Brandstifter verfügt und für Löcher im Schlauch einen Zuhälter vorhält.
Als etwas in die Jahre gekommene Weinprinzessin persiflierte Ulrike Lange den Wein aus dem Saaletal und den Umgang mit ihm, ganz nach fränkischem Grundsatz: "Ä Wasser gibt dem Vieh die Kraft, dem Menschen eher der Rebensaft". Der Frankenwein wird neuerdings gefördert, wie in "Roms'l" wo bunte Stickel die alten Weinberge zieren sollen, damit sie den Touristen gleich ins Auge fallen, war zu hören.
Mit einer "Wein-Wellness-Ära" will die älteste Weinstadt Frankens die Gäste locken. Relax-Liegen an den Hängen auf denen Urlauber und Einheimische der Geschichte Karls des Großen lauschen können. Zu den Kommunalwahlen merkte ihre Hoheit an, dass es hier wie beim Wein ist: "Erst nach der Wahl merkt man, welche Flasche man eigentlich erkoren hat."
"Ich war schon in der Bütt in meiner Heimatgemeinde Bergtheim, als Theres, die Putzfrau aus dem Rathaus", verrät Frau Lange, die vor 22 Jahren Weinprinzessin ihres Heimatorts war. "Ich wurde nie abgewählt weil sich keine Nachfolgerin fand". Bis dato kein Mitglied in der HA-KA-GE, hat es der Weingutbesitzerin aber "in der Bütt der Seniorensitzung einen Riesen-Spaß gemacht, auch wenn ich ziemlich aufgeregt war", wie sie gesteht. Auch die UKG hat schon ein Auge auf die Büttenrednerin geworfen. "Ich trete auch in Untererthal als Weinprinzessin auf", informiert sie.
Die Schlossgarde, das Tanzmariechen und "No daddies & Co" kamen noch zum Zuge und werden auch in der Großen Sitzung zu sehen sein.