Pflanzentauschbörsen erfreuen sich in den Frühjahrsmonaten großer Beliebtheit. Meist von Gartenbauvereinen organisiert, sind sie ein lockendes Angebot für Hobbygärtner und -züchter, die auf der Suche nach Nutz- und Zierpflanzen sind und eigene Überschüsse gegen neues oder fehlendes Grünendes für Garten und Haus eintauschen möchten.
Es soll ein Geben und Nehmen sein. Wer kein Tauschobjekt besitzt und trotzdem etwas mitnehmen möchte, kann sich mit einer Spende in die Vereinskasse revanchieren. Außerdem erhält ein Besucher immer wieder gute Tipps und kann mit anderen Erfahrungen austauschen. Selbstverständlich gibt es auch Erfrischungen, Snacks oder Kaffee und Kuchen bei solchen Veranstaltungen.
Im Gegensatz zu Grünfreunden, die ihr Tauschgut in Töpfen oder Kartons heranbringen, arbeitet Manfred Brunner aus Untererthal ganz gezielt auf die Tauschbörse zu. Als Hobby-Züchter von Tomaten, Paprika und Chili-Pflanzen, fuhr er in drei Hänger-Ladungen sein Ergebnisse zur Börse am Untererthaler Feuerwehrhaus, darunter 75 "Bullhorn"-Chili von denen eine Viertelstunde nach Eröffnung noch ganze vier Stück zur Verfügung standen.
"Ich habe bei einer Tauschbörse ein Exemplar gefunden, den Samen entnommen und eingesetzt was zu einem erstaunlichen Ergebnis führte", sagt Brunner, der insgesamt rund 800 Grünlinge heranschaffte. Gezogen werden diese zunächst auf der Fensterbank, dann im Wintergarten und im eigenen Gewächshaus. Dabei muss der Untererthaler in Etappen arbeiten, weil der Platz im Hause nicht ausreicht.
Zur fünften Tauschbörse im Stadtteil standen die Menschen schon eine Stunde vor Beginn Schlange. berichtet die Vorsitzende des heimischen Obst- und Gartenbauvereins, Inge Schipper-Telger. "Die Sache ist ein echter Erfolg und ich konnte dabei auch schon neue Mitglieder gewinnen. Wir machen auf jeden Fall weiter", unterstreicht sie.
"Eine Frau brachte heute eine blaue Tomate mit. Ich habe ein Exemplar für Manfred Brunner gerettet", fügt sie hinzu. Nicht immer ist klar, um welches Kräutchen es sich handelt. Eine hübsche Pflanze mit weißen, tropfenförmigen, zarten Blüten gibt Rätsel auf. Selbst die Besitzerin wusste den Namen nicht. Dann legt eine Besucherin ein Info-Zettel auf den Tisch - es ist "Schnee auf dem Berg, ein Wolfsmilchgewächs. "No kloar" tönt es plötzlich vielstimmig, "dess is Schnee aufn Berch".
Im Rineckerhaus in Hammelburg läuft es gemütlicher ab, doch recht gut, wie Ute Merz, die Vorsitzende des Gartenvereins Hammelburg bestätigt. "Es wurde nichts Spezielles für diesen Tag gezüchtet, jeder brachte, was er übrig hat", stellt sie fest. Unter Zimmer-, Beet- und Wildpflanzen können die Besucher aussuchen, was gefällt. Beeindruckend ist das Ambiente des historischen Bauernhauses aus dem 17. Jahrhundert, das selbst über einen wunderschönen Garten verfügt, den die Besitzerin Maria Rinecker anlegte und pflegt.
Die Pflanzentauschbörse haben die Organisatoren heuer in die Scheune verlegt, die nicht nur Schutz vor dem Wetter bietet, sondern auch die Transportarbeit erleichtert. Am Samstagvormittag laden zudem Sitzgarnituren zum Plausch bei Kaffee und selbst gebackenem Kuchen ein.
Tomaten, Calendula-Samen und Tagetes wandern über die Ausstellungstische und es lässt sich immer wieder etwas finden, was im Haus oder Garten eines Besuchers "gut macht". Maria Rinecker stellt ihr Anwesen gerne für diesen Zweck zur Verfügung und freut sich über "Leben im Haus". Bei ihr findet am Muttertag eine Gartenausstellung statt, in der auch der heimische Verein integriert ist.