Persönliche Gespräche waren schon vorausgegangen, aktuell fand eine Versammlung der Anwohner der Straße Am Weidengäßlein statt. Der Weg ist wohl der einzige im Markt Oberthulba, der noch nicht ausgebaut wurde, sagte Bürgermeister Mario Götz. Im Marktgemeinderat hätte man schon öfter darüber gesprochen, zuletzt 2020, und jetzt wolle man es angehen . Die Straße soll so wirtschaftlich wie möglich, aber auch mit einem guten Standard ausgebaut werden. Wichtig seien auch Verkehrsführung und -lenkung, die Ideen der Anlieger sollen in den weiteren Schritten mit einfließen.

Vier Varianten vorgestellt

Matthias Kirchner vom gleichnamigen Planungsbüro für Bauwesen stellte vier Varianten vor, wie die Straße aussehen könnte. Der Aufbau einer Straße sei komplexer als man denke, sagte er. Wichtig sei in diesem Zusammenhang auch ein Beweissicherungsverfahren, einschließlich der angrenzenden Innenräume. Dadurch könne man beurteilen, ob Schäden durch die Straßenbaumaßnahme entstanden seien. Es gelte, die bestehenden Grenzen und das Höhenniveau der Zufahrten zu beachten. Außerdem müsse der schadhafte Kanal erneuert werden. Die Baukosten könnten erst bei detaillierter Planung ermittelt werden.

Mehr Parkplätze für die Praxis sollen entstehen

Um die Parksituation zu entspannen, will die anliegende Praxis auf eigenem Grund noch Parkmöglichkeiten schaffen, aber damit warten bis die Straße gebaut ist. Die Inhaber der anliegenden landwirtschaftlichen Betriebe hatten die Sorge, dass die Vollsperrung in die Erntezeit fällt und dass die Straße für die großen Maschinen zu eng werde. "Sie müssen sich von der jetzigen Situation lösen. Nach dem Ausbau wird ein vernünftiger Autofahrer dort nicht mehr parken", warf Kirchner ein.

Die Frage nach der Kostenaufteilung kam natürlich auch auf. Da es sich um eine Ersterschließung handle würde 90:10 abgerechnet, so Götz. 90 Prozent zahlten die Anlieger und zehn Prozent die Gemeinde. Dies gelte für Straße, Entwässerung, Gehsteig und Beleuchtung.

Kämmerer Klaus Blum stellte einige Rechenbeispiele vor, einschließlich der Eckgrundstücke. Für Baugrundstücke berechne sich der Preis nach dem was der Bebauungsplan an Bebauung vorsieht. Bürgermeister Götz sah in der Tendenz nicht die Verwendung von Pflaster, auch eine Anliegerin sprach sich wegen Problemen damit an anderen Stellen aus. Schuld an Problemen mit Pflaster sei immer eine mangelhafte Ausführung oder mangelhafte Produktwahl - zu kleinteilig, so Kirchner.

Für die Beratung und Beschlussfassung im Gremium nahm Götz einige Punkte mit: Pflaster wird als eher schwierig angesehen; es gibt die Überlegung, eine Spielstraße oder "Anlieger frei" zu wählen; private Parkplätze könnten an der Praxis entstehen; den Gehweg könnte man eventuell durchgehend im Norden anlegen. Die Preise beim Tiefbau würden auch von den Energiepreisen abhängen und nicht zuletzt von den Preisen für Asphalt und Kunststoffrohren, so Kirchner abschließend.