Der Dieb kam nachts und schlich vermutlich über ein unbebautes Nachbar-Grundstück in die unverschlossene Garage. Dort standen vier hochwertige Mountainbikes, drei hat er stehen lassen, aber das neueste und teuerste ist weg. Mehr als 9000 Euro habe das Mountainbike gekostet, erzählt der 66-jährige Eigentümer, der nicht namentlich genannt werden möchte. "Das ist so ziemlich das beste, was es derzeit an Mountainbikes gibt."

Formal war es kein Einbruch, weil die Tür nicht verschlossen war, für den 66-Jährigen fühlt es sich aber trotzdem wie ein Wohnungseinbruch an: "Wir haben ein mulmiges Gefühl, weil wir ja nicht wissen, auf was es der Täter noch abgesehen hat", erzählt der Mann aus Elfershausen. Deshalb überlege er auch, sein Grundstück in der Siedlung mit einer Alarmanlage zu sichern. Bewegungsmelder fürs Außenlicht gebe es bereits, deshalb geht der 66-Jährige davon aus, dass der Täter in der Nacht auf Freitag nach 1.30 Uhr kam, solange war der Hausbesitzer wach.

Merkwürdig war für das Opfer nicht nur, dass die drei anderen Räder und teures Werkzeug zurückblieb, sondern auch, dass der Spanngurt, mit dem das Rad befestigt war, wieder an der Decke eingehängt war. Die Polizei hat den Gurt sichergestellt und zur Suche nach DNA-Spuren eingeschickt. Der 66-Jährige ist sich sicher, dass der Täter Ortskenntnis hatte: "Er muss gewusst haben, dass man von hinten beikommt." Deshalb sei er jetzt misstrauischer anderen gegenüber. Es habe niemand bemerkt, dass das Anwesen ausspioniert wurde, die Nachbarn hätten nichts gesehen. Auf dem Schaden bleibt der 66-Jährige weitgehend sitzen: Als er seine Hausratversicherung abgeschlossen hat, waren keine so teuren Räder üblich. Er könne mit höchstens tausend Euro Schadensersatz rechnen, habe ihm sein Makler angekündigt.

Ganz in der Nähe, in Westheim wurde im November, ein mehr als 4000 Euro teures E-Bike ebenfalls aus einer unverschlossenen Garage gestohlen. Wie in Elfershausen gibt es auch in diesem Fall bislang keine Hinweise. Völlig offen ist auch, ob ein Zusammenhang besteht.

Zudem ereigneten sich in der Gemeinde Elfershausen im August 2019 ähnliche Fälle: In Elfershausen und Langendorf gab es laut der Hammelburger Polizei einen Versuch, ein hochwertiges Rad zu stehlen, zwei weitere wurden geklaut, eines tauchte später wieder auf. Über DNA-Spuren wurde die Tat einem damals 55-jährigen Darmstädter zugeordnet. Der Mann ist allerdings nach Angaben der Polizei bis heute flüchtig, weil er keinen festen Wohnsitz habe.

Polizei hofft auf Zeugen-Hinweise

Die Kriminalpolizei untersucht zudem, ob es einen Zusammenhang mit dem Brand einer Gartenhütte an der Saale am Freitagmorgen gibt: Wie bereits berichtet, wurde die Hütte bei Trimberg laut Polizei vorsätzlich in Brand gesteckt, zudem wurde ganz in der Nähe ein Gartenhaus aufgebrochen. Die Polizei schließt auch einen Zusammenhang mit dem Fahrrad-Diebstahl in Elfershausen in der gleichen Nacht nicht aus. Zeugen werden gebeten, sich an die Kriminalpolizei Schweinfurt, Tel. 09721/202 1731, zu wenden.

Laut Christian Pörtner, Leiter der Polizeiinspektion Hammelburg, gab es im vergangenen Jahr insgesamt weniger Fahrrad-Diebstähle. Das sei auch auf die Corona-Beschränkungen zurückzuführen: Der typische Fahrradklau geschehe im Sommer vor dem Freibad. Üblicherweise würden die Räder dann auch irgendwo wieder auftauchen. Einen Rückgang bestätigt auch das Polizei-Präsidium Unterfranken: In der Kriminalstatistik 2019 wurden unterfrankenweit 1574 Fahrraddiebstähle registriert, für 2020 gebe es noch keine Zahlen, aber es seien sicher weniger. Mit "Tatörtlichkeit Garage" wurden laut Präsidium im Jahr 2019 knapp 100 Fälle in Unterfranken registriert. "Auch hier ist die Tendenz im Folgejahr 2020 rückläufig."

Dem Polizeipräsidium liegen aktuell zudem keine Hinweise auf eine größere Serie von Fahrrad-Diebstählen oder überregional agierende Tätergruppen vor. Deshalb bleibe vor allem die Prävention: "Wir raten dazu, Fahrräder grundsätzlich so gut wie möglich gegen Diebstahl zu sichern." Den besten mechanischen Diebstahl-Schutz bieten laut Polizei stabile Bügel- oder Panzerkabelschlösser. Beim Kauf sollten Kunden auf "geprüfte Qualität" und hochwertiges Material, wie durchgehärteten Spezialstahl, sowie massive Schließsysteme achten. Tipps gebe es auf der Seite des Verbands Schadensversicherer unter www.vds-home.de oder bei der Stiftung Warentest unter www.test.de.

"Einbrüche in Privaträume zum Zweck eines Fahrraddiebstahls sind eher eine Seltenheit", teilt das Polizeipräsidium zudem auf Nachfrage mit. Insbesondere hochwertige Fahrräder sollten aber in verschlossenen Räumen aufbewahrt werden. Ansonsten helfe die Aufmerksamkeit der Nachbarn: "Niemand sollte Scheu haben, im Verdachtsfall unverzüglich den Notruf 110 zu wählen."