Modernes Märchen

Giraudoux schrieb sein modernes Märchen 1943, hoffend auf ein baldiges Ende des zweiten Weltkrieges. Aurélie, die "Irre von Chaillot"(Elisabeth Lamprecht) gibt in dem ärmlichen Pariser Stadtteil, eine Art Schutzheilige der kleinen Leute von Paris. Im Café vor der Kulisse des Eiffelturms treffen sie und ihre schrulligen Freundinnen Birgit Schreiber, Stefania Eideloth, Sandra Eichelbrönner-Fickert und Liane Dietrich auf ein Panoptikum skurriler Figuren. Lumpensammler (Dr. Sebastian Fickert), Straßensängerin (Steffi Dietrich) , Schnürsenkelverkäuferin (Simone Knüttel), Blumenmädchen (Corinna Utermöhlen), Kellnerin (Anne Rauschmann), einen redenden Taubstummen (Wolfgang Rompf), Dieter Moschinsky, den philosophischen Kloakenreiniger, dem sympathischen Selbstmordkandidaten (Jan Wüscher) und Wolfgang Althoff als Polizisten, der auf der Seite der "Kleinen" steht. Sie hecken einen Plan aus, um die Stadt vor einer Delegation der Geldgier aus Spekulanten, und Aktienjongleuren (Torsten Korff, Markus Schneider) zu retten, die unter den Pflastern der Stadt Ölvorkommen ausbeuten wollen. Mit dem Tross von Exzentrikern formiert die irre Gräfin eine Résistance-Armee gegen die Renditejäger. Blind vor Gier nach Öl-Milliarden lässt sich die Geldmafia tatsächlich die 66 Stufen hinunter in die Kloake von Paris locken, aus der sie nie wieder auftauchen. Die Irren sind vernünftig, die Bösen werden abgestraft.